In Hamburg wird eine Seniorin gegen das Coronavirus geimpft. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Hamburger Impfzentrum: Termine bis Februar sind vergeben

Stand: 15.01.2021 06:22 Uhr

Die Vergabe für Impftermine an über 80-Jährige in Hamburg ist für viele frustrierend angelaufen, weil sie es am Donnerstag vergeblich versucht hatten. Nun braucht man es vorerst gar nicht zu probieren.

Am Donnerstag wurden alle Termine bis Mitte Februar vergeben. Sie waren innerhalb kürzester Zeit weg - so wie in anderen Bundesländern auch. Ab wann wieder Termine nach dem 15. Februar vergeben werden, ist nach Angaben der Sozialbehörde noch offen. Viele Anruferinnen und Anrufer waren am Donnerstag gar nicht durchgekommen bei der Hotline. Und wenn sie es doch geschafft haben, waren die freigeschalteten Termine schon weg.

Termin-Vergabe bleibt

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) versprach aber, dass jeder zu seiner Impfung komme. "Bei über 114.000 Menschen über 80 Jahren und etwa 30.000 verfügbaren Impfdosen wird es dennoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen", sagte Leonhard und bat um Geduld: "Es kommt jeder zu seiner Impfung – aber am Anfang geht es Schritt für Schritt." Trotz der chaotischen Zustände am Donnerstag bleibt es wohl erst einmal bei dieser Form der Termin-Vergabe in Hamburg. Rechtlich ist das aus Sicht der Behörde gerade nicht anders möglich. Denn alle über 80-Jährigen hätten das gleiche Recht auf die Impfung - eine andere Organisation der Termine könnte dazu führen, dass einige dadurch Vorteile bekommen, heißt es.

Leonhard forderte Nachbesserungen vom Bund bei der Impf-Hotline: "Als Länder haben wir uns darauf verlassen, damit Bürgerinnen und Bürger mit der 116 117 eine einheitliche Rufnummer nutzen und sich kein Hotline-Wirrwarr erschließen müssen." Der Bund müsse die Kapazitäten weiter erhöhen. "Nötigenfalls müssen wir Alternativen entwickeln. Das wäre ärgerlich."

Moderna-Impfstoff: Größere Lieferung Mitte Februar

Eine Entspannung bei den Impfterminen sei erst zu erwarten, wenn auch der zweite zugelassene Impfstoff des US-Hersteller Moderna in nennenswerter Menge geliefert werde. Die sei aber erst Ende Februar zu erwarten. Eine erste Lieferung von 1.200 Dosen in dieser Woche sei zur Impfung des medizinischen Personals an die Asklepios Kliniken gegangen. Zunächst sollten die großen Kliniken, die über eigene Apotheken und das Know-how zum Umgang mit zwei verschiedenen Impfstoffen verfügen, mit dem Moderna-Vakzin beliefert werden.

Schleswig-Holstein geht neuen Weg

Im Nachbarland Schleswig-Holstein zieht die Landesregierung Konsequenzen aus den Schwierigkeiten bei der Termin-Vergabe. Dort gab es in dieser Woche ähnliche Probleme. Ab Ende Januar können sich dort über 80-Jährige ohne Zeitdruck für einen Termin registrieren lassen und müssen ihn nicht selber buchen.

Infobriefe für Senioren

Wer 80 Jahre oder älter ist, bekommt in diesen Tagen Post von der Stadt Hamburg: In dem Schreiben informiert die Sozialbehörde über die Corona-Impfungen und ruft dazu auf, einen Termin für das Impfzentrum in den Messehallen auszumachen. Das kann man telefonisch beim Arztruf 116117 oder online machen. Doch nun sind die Termine erstmal vergeben.

Drei Wochen nach dem Impfstart in den Hamburger Pflegeeinrichtungen wird am kommenden Sonntag damit begonnen, die zweiten Dosen zu verabreichen, die für einen vollständigen Schutz nötig sind. Wie schon zu Beginn sind die 445 Senioren des Hospitals zum Heiligen Geist in Poppenbüttel als erste dran.

Noch keine Lösung für Bettlägerige

Noch keine Lösung gibt es für bettlägerige oder demente Menschen, die zu Hause betreut werden und nicht ins Impfzentrum kommen können. Sie werden wahrscheinlich erst geimpft, wenn ein Impfstoff freigeben ist, der nicht kompliziert gelagert werden muss und von Hausärztinnen - und ärzten gespritzt werden kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.01.2021 | 07:00 Uhr

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