Stand: 03.02.2019 20:09 Uhr

Hamburger Flughafen: Ver.di kündigt Warnstreik an

Am Hamburger Flughafen müssen Passagiere am Montag wieder mit Behinderungen durch einen Warnstreik rechnen. Diesmal hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der Bodendienste und Gepäckabfertigung zur ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Von 3 Uhr früh bis zum Abend sollen die knapp 1.000 Beschäftigten der Bodenabfertigung die Arbeit ruhen lassen. Flugreisende müssen mit Verspätungen und laut Flughafen auch mit Flugausfällen rechnen. "Wir wissen nicht, wie die Airlines reagieren", sagte Flughafen-Sprecherin Janet Niemeyer am Sonntagabend zu NDR.de. Man sei von dem Warnstreik überrascht worden, ein unangekündigter 24-Stunden-Warnstreik sei "völlig überzogen".

Passagiere werden gebeten, ausreichend Zeit einzuplanen. Sie sollten aufgegebenes Gepäck auf ein Minimum reduzieren oder nur mit Handgepäck reisen.

Reisende sollen sich fortlaufend informieren

Flugstreichungen waren laut Airport am Sonntagabend noch nicht bekannt. Reisende sollten sich fortlaufend bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Stand informieren. Auch bei Umbuchungen oder Flugausfällen sollten sich Passagiere an ihre jeweilige Airline wenden, erklärte Flughafen-Sprecherin Niemeyer. Insgesamt seien am Hamburg Airport für Montag 388 Flüge - also 194 Abflüge und 194 Ankünfte - geplant.

Einschränkung bei Abfertigung und anderen wichtigen Diensten

Betroffen von dem Warnstreik sind am Montag drei Unternehmen, die am Hamburger Flughafen für den Busverkehr auf dem Vorfeld, die Abfertigung des Gepäcks und die Versorgung der Flugzeuge am Boden zuständig sind. Je nach Beteiligung könnten damit wichtige Dienste bei der Abfertigung lahmgelegt oder eingeschränkt werden.

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Gewerkschaft fordert Lohnerhöhung

Ver.di begründet den kurzfristigen Streikaufruf mit einem unzureichenden Angebot der Arbeitgeber. Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde monatlich 275 Euro mehr für alle rund 1.000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen. Das Angebot der Unternehmen liege deutlich darunter. Seit der Privatisierung der Dienste seien die Löhne deutlich gesunken.

Flughafen: Ver.di trifft massiv die Reisenden

In einer Mitteilung des Hamburg Airports hieß es dagegen am Sonntagabend zu dem Warnstreik: "Ver.di trifft damit erneut ganz massiv die Reisenden am Flughafen." Die Gewerkschaft fordere mehr, als die Bodenverkehrsdienste bei angespannter Marktlage überhaupt erwirtschaften könnten. Die monatlichen Löhne inklusive der üblichen Zulagen seien vergleichbar mit anderen Branchen wie dem Handwerk oder der Logistikbranche.

Kritik vom Flughafen-Verband

Auch von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) kam Kritik. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass ver.di seine Interessen auf dem Rücken der Reisenden austrägt", sagte der Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel laut Deutscher Presse-Agentur. "Einen ganztägigen Warnstreik weniger als zwölf Stunden vorher anzumelden, ist eine Zumutung und zeugt von einem unseriösen Vorgehen."

Streik zuletzt Mitte Januar

Zuletzt hatten am Hamburger Flughafen Mitte Januar gut 300 Beschäftigte der Sicherheitskontrollen gestreikt - zwei Drittel der Flüge fielen aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.02.2019 | 18:00 Uhr

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