Stand: 13.07.2020 19:58 Uhr  - Hamburg Journal

Hamburger CDU streitet über Frauenquote

Die Hamburger CDU streitet um eine parteiweite Frauenquote. Die will die CDU-Bundesspitze für die Partei verbindlich einführen. Bis zum Jahr 2025 soll die Hälfte aller Führungspositionen und der Wahllisten weiblich besetzt werden. Kurz nach Bekanntgabe des Plans hatte der Hamburger CDU-Vorsitzende Roland Heintze dies begrüßt. Allerdings: In seiner Partei finden das nicht alle gut. Die Frauenquote birgt in Hamburg parteiintern jede Menge Zündstoff.

Frauenquote sorgt für Diskussion in Hamburger CDU

Hamburg Journal -

Bis 2025 will die CDU-Bundesspitze die Frauenquote in Führungsgremien verbindlich einführen. Bei der männerdominierten Hamburger Partei sorgen die Pläne für einigen Zündstoff.

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Franziska Hoppermann, Vorsitzende der Frauen-Union, steht der Quote aufgeschlossen gegenüber: "Ich persönlich war auch nie für die Quote, aber stelle fest, dass wir in dreißig Jahren nicht so richtig weit gekommen sind." Alle in der CDU eine das Bedürfnis danach, mehr Beteiligung für Frauen zu erreichen. "Jetzt ist die Frage, was der richtige Weg ist."

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Franziska Hoppermann ist als Fraktionsvorsitzende in Wandsbek in der CDU Hamburg die einzige Frau in einer Führungsposition - sie begrüßt die Quote.
Hoppermann in Hamburg einzige Frau in CDU-Führungsposition

Hoppermann ist in ihrer Partei aktuell eine regelrechte Ausnahmeerscheinung: Als Vorsitzende der CDU-Fraktion im Bezirk Wandsbek ist sie die einzige CDU-Frau, die in Hamburg eine politische Führungsposition innehat.

CDU-Bundestagsabgeordneter Ploß lehnt Frauenquote ab

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Hamburgs CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph Ploß kritisiert die Frauenquote als Abkehr vom Leistungsprinzip.

Christoph Ploß ist einer von vier Hamburger CDU-Bundestagsabgeordneten. Allesamt Männer. Einigen in der CDU gilt der 34-Jährige als der kommende Landesvorsitzende. Von einer Frauenquote hält er überhaupt nichts: "Eine Quote höhlt das Leistungsprinzip aus", sagt er. Stattdessen würden äußere Kriterien wie Geschlecht oder Migrationshintergrund zählen. Aber: "In einer Demokratie sollten die Wählerinnen und Wähler entscheiden, wen sie für die besten halten", so Ploß.

Herlind Gundelach beklagt Männer-Zirkel

Herlind Gundelach hält eine Frauenquote in der CDU für nötig.

Herlind Gundelach wäre 2017 gerne wieder in den Bundestag eingezogen. Voraussetzung: ein entsprechender Platz auf der Landesliste. Bei der Listenaufstellung wurde sie dann aber nach hinten durchgereicht. Unter anderem von jenen, die eine Frauenquote jetzt als leistungsfeindlich empfinden. Dabei lägen die wahren Gründe woanders, so Gundelach: "Es sind Strukturen, die sich aufbauen." Man kenne sich aus der Jungen Union oder anderen Gremien und halte zusammen. "Meistens seien es Männer, die so agieren." Die Argumente gegen eine Frauenquote seien vorgeschoben.

CDU will auch in Hamburg mehr Frauen aufstellen

In Folge der Bundestagswahl hat sich die Hamburger CDU eine Selbstverpflichtung auferlegt. Frauen sollten in Gremien gemäß ihrem Anteil in der Mitgliedschaft vertreten sein. Das sind derzeit 38 Prozent. Außerdem wurde beschlossen, auf der nächsten Bundestagswahlliste auf Platz eins oder zwei eine Frau zu wählen.

Ob die verbindliche Frauenquote in der CDU wirklich kommt ist noch offen. Darüber entscheiden wird der Bundesparteitag im Dezember.

Weitere Informationen

Hamburger CDU begrüßt Frauenquote

Die CDU-Bundesspitze hat eine Regelung zu einer Frauenquote auf den Weg gebracht, das sieht die CDU aus Hamburg positiv. CDU-Vorsitzender Heintze sagte aber, nicht die Quote sei das Problem. (08.07.2020) mehr

Tschentscher wehrt sich gegen Kritik

Hamburgs Erster Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik an der Besetzung der Senatsposten. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte er, dass vor allem Kontinuität wichtig sei. (11.06.2020) mehr

Frauenquote im Niedersächsischen Landtag steigt

Belit Onay (Grüne) und Uwe Santjer (SPD) übernehmen beide ein Oberbürgermeisteramt und verlassen den Landtag. Zwei Frauen treten ihre Nachfolge an. (20.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.07.2020 | 19:30 Uhr

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