Stand: 05.12.2019 07:40 Uhr  - NDR 90,3

Hamburg verbietet Silvester-Böllerei an Binnenalster

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In diesem Jahr wird es zu Silvester kein Feuerwerk am Jungfernstieg geben.

In diesem Jahr wird es am Jungfernstieg kein Feuerwerk an Silvester geben: Der Hamburger Senat hat ein generelles Böllerverbot für die Silvesternacht an der Binnenalster ausgesprochen. "Wir haben dort eine ziemlich problematische Entwicklung in den vergangenen Jahren", sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Die Gefahr von Verletzungen sei dort gestiegen. Bei aggressiven Reaktionen aus der Menge heraus sei auch die Situation für die Einsatzkräfte schwierig. Daher werde das Feuerwerk rund um die Binnenalster untersagt, Polizeibeamte sollen das Verbot durch Kontrollen umsetzen. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Städten wie Hannover und Lüneburg.

Verletzungen nach Böllerschlachten

Polizeipräsident Ralf Martin Mayer sagte, die Situation sei im vergangenen Jahr "aus dem Ruder gelaufen". 10.000 Menschen seien an die Binnenalster gekommen, darunter auch viele Familien mit Kindern. "Natürlich spielt auch Alkohol eine Rolle. Es werden Raketen abgeschossen in einer Art und Weise, die nicht sicher ist", sagte Meyer. Im vergangenen Jahr seien fünf Polizisten verletzt worden. Zudem sei ein siebenjähriges Kind im Gesicht verletzt worden, ein 16-Jähriger an der Hand. "Es ist in Richtung eines Kleinkindes geworfen worden. Es sind Beamte der Bereitschaftspolizei beworfen worden, die entsprechende Tinnitus-Erfahrungen haben und auch Verletzungen im Gesicht."

Insgesamt stellte die Polizei 41 illegale Böller, zahlreiche Schreckschusspistolen, 15 Waffen und knapp 700 Schuss Munition sicher. "Und das ist nur das, was festgestellt wurde. Viele Dinge bleiben im Dunkeln", sagte Meyer.

Kontrollstellen und Absperrgitter

Die Besucherzahl sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und somit auch das Sicherheitsrisiko. Dieses Jahr sollen Polizisten Absperrgitter rund um die Binnenalster aufstellen. Besucher, die am Wasser feiern wollen, müssen ihre Böller und Raketen an Kontrollstellen abgeben. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung nach dem Gefahrenabwehrgesetz.

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In einer groß angelegten Informationskampagne will die Polizei über das Verbot informieren. Es gebe Plakate, Flyer in verschiedenen Sprachen und Informationen über das Fahrgastfernsehen des HVV. "Das Verbot ist nichts Besonderes, das gibt es in vielen Städten", meinte Grote.

Wie viele Beamte für die Überwachung des Verbots oder insgesamt in der Silvesternacht im Einsatz sind, wollte Meyer nicht sagen. "Alle Wachen sind voll besetzt." Probleme durch das Verbot an anderen Stellen in der Stadt soll es nicht geben - auf der Reeperbahn gehe die Party erst später richtig los. Dank eines massiven Einsatzes von Polizisten habe es dort in der Vergangenheit nur wenige Fälle von sexuellen Übergriffen gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.12.2019 | 06:00 Uhr

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