Hamburg stellt Antisemitismusbeaufragten vor

Stand: 13.04.2021 15:38 Uhr

Hamburg hat jetzt einen Antisemitismusbeauftragten: Das Ehrenamt übernimmt der Landesvorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Stefan Hensel.

Seine Aufgabe sei es, die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens in Hamburg zu verbessern, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag bei der Landespressekonferenz. Hensel wuchs nach eigenen Angaben in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) auf und studierte in Hamburg Pädagogik. Er lebte mehrere Jahre in Israel und ist inzwischen Geschäftsführers eines Trägers in der Kinder- und Jugendhilfe.

Hensel bezeichnete es als sein Anliegen, sowohl dem Antisemitismus und Antijudaismus als auch dem Antizionismus entgegenzutreten. "Mir persönlich ging und geht es immer darum, Jüdinnen und Juden und jüdisches Leben nicht nur vor dem Hintergrund der Shoah zu betrachten, sondern als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt", sagte Hensel, der das Ehrenamt am 1. Juli antritt.

"Ein guter Tag für Hamburgs Juden"

Seine Ernennung zum Antisemitismusbeauftragten sei "ein guter Tag für Hamburgs Juden", freute sich Philipp Stricharz von der Jüdischen Gemeinde. Auch die Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg, Galina Jarkova, sprach dem 41-Jährigen ihre Unterstützung aus.

Unter dem Eindruck des Anschlags auf die Synagoge von Halle (Sachsen-Anhalt) hatte die Bürgerschaft am 18. Dezember 2019 einstimmig beschlossen, das Amt eines Beauftragten für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus zu schaffen. Die oppositionellen Fraktionen von CDU, Linker und AfD begrüßten die Berufung von Hensel.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.04.2021 | 17:00 Uhr

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