Hamburg schränkt private Treffen ein - Winterdom fällt aus

Stand: 23.10.2020 19:55 Uhr

Der Hamburger Senat hat noch einmal die Corona-Regeln verschärft. Bei privaten Feiern und Zusammenkünften dürfen sich weniger Personen versammeln und der Winterdom wird abgesagt.

Ab Montag dürfen sich in Hamburg nur noch bis zu zehn Menschen aus zwei Haushalten treffen. Das gilt sowohl für Treffen im privaten als auch im öffentlichen Raum, wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats am Freitag bekannt gab. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, sagte Tschentscher bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Er nannte als Beispiel auch sogenannte Patchwork-Familien. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) ergänzte eine weitere Ausnahme: Geburtstage von Kindern bis zu zwölf Jahren könnten mit bis zu zehn Kinder aus mehreren Haushalten gefeiert werden. Die neuen Regeln sollen zunächst bis Ende November gelten.

Winterdom findet nicht statt

Außerdem wird es in diesem Jahr keinen Winterdom geben. Es sei in den vergangenen Tagen ja schon durchgeklungen, "dass die Wahrscheinlichkeit, eine solche große Veranstaltung (...) durchzuführen, bei dieser starken Infektionsdynamik nicht vertretbar wäre", sagte Tschentscher. Bis zuletzt hatten sich Schausteller noch die Hoffnung gemacht, das Volksfest in abgespeckter Version durchführen zu können. Darüber, ob Weihnachtsmärkte stattfinden können, hat der Senat noch nicht entschieden.

Tschentscher: Dynamik bremsen

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Die Beschränkungen sollen die Zahl von "Risikokontakten" senken, sagte Tschentscher. "Wir sind in einer kritischen Phase der Pandemie", erklärte der Bürgermeister, der am Mittwoch in der Bürgerschaft eine Regierungserklärung zur Corona-Lage abgeben will. Vor allem jüngere Menschen in Hamburg hätten viel Kontakt untereinander. Wenn sich jemand infiziere, sei es inzwischen immer seltener möglich, alle Ansteckungsmöglichkeiten nachzuverfolgen. Die Dynamik müsse gebremst werden, so Tschentscher. Er schloss weitere Einschränkungen in der nächsten Zeit nicht aus. Einen Lockdown wie im Frühjahr werde es aber nicht mehr geben.

Zur Frage, wie die neuen Regelungen kontrolliert werden, sagte Innensenator Andy Grote (SPD): "Die Polizei wird jetzt nicht flächendeckend bei den Hamburgern und Hamburgerinnen klopfen, um herauszufinden, ob man sich in der Wohnung mit mehr als zehn Personen aufhält." Aber dort, wo es Hinweise gebe, werden man diesen natürlich nachgehen. Bürgermeister Tschentscher appellierte an die "Selbstverantwortung" der Bürger.

Alkoholausschankverbot wird erweitert

Auch das Alkoholausschankverbot wird laut Grote erweitert. Bislang gilt, dass in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens kein Alkohol verkauft werden darf. Ab Montag ist die Abgabe und der Verkauf von 23 Uhr bis 10 Uhr morgens nicht mehr gestattet. Die Maßnahme richte sich gegen Früh-Clubs, deren Geschäftsmodell etwas anderes vorsehe, sagte Grote.

360 neue Corona-Fälle

Mit 360 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages hat es am Freitag in Hamburg eine neue Höchstmarke gegeben. Auch das Robert Koch-Institut gibt den Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner inzwischen mit über 50 an. Demnach kletterte er am Freitag auf 52,8. Bund und Länder hatten Mitte Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, in denen der Wert über 50 liegt. Laut der Hamburger Gesundheitsbehörde lag der Wert am Freitag bei 75,1. Laut Behörde liegt die Abweichung beider Werte vor allem an einer verzögerten Erfassung der Daten beim RKI.

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Suche nach Platz für Impfzentrum

In Hamburg haben derweil auch die Vorbereitungen für mögliche Corona-Impfungen ab dem kommenden Frühjahr begonnen. Noch gibt es den Impfstoff zwar nicht, nach Informationen von NDR 90,3 sucht die Stadt aber bereits jetzt nach geeigneten Räumen für ein möglichst großes Impfzentrum.

Mehr Soldaten sollen helfen

Weitere Unterstützung bekommen die Gesundheitsämter der Bezirke: Ab Montag helfen 84 Soldaten bei der Nachverfolgung von Corona-Kontakten, das sind noch einmal 18 mehr als in dieser Woche.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2020 | 16:00 Uhr

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