Stand: 04.06.2020 11:57 Uhr

Hamburg schlecht auf große Stromausfälle vorbereitet

Stromnetz Hamburg will sich besser für einen großen Stromausfall rüsten. Das hat Hamburgs Energiesenator Jens Kerstan (Grüne) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz verkündet. Das Unternehmen hatte seinen Gewinn im vergangenen Jahr annähernd verdreifacht - auf 91 Millionen Euro. Das Geld soll unter anderem dafür verwendet werden.

Stromreserven für zwei Tage

Derzeit müsste Hamburg bei einem deutschlandweiten Stromausfall drei Tage warten, bis die Stadt mit Strom aus Kohle aus Ostdeutschland versorgt werden würde. Denn bisher gibt es hier laut Kerstan kein Kraftwerk, das Schwarzstart-fähig ist, sich also nach einem sogenannten Black-out selbstständig wieder mit Strom versorgen kann. Und Hamburgs Stromreserven reichen für maximal zwei Tage. Mit dem geplanten Gaskraftwerk in Waltershof soll sich das ändern - es soll mit eben dieser Schwarzstart-Funktion ausgestattet werden. Die Mehrkosten dafür sind mit acht Millionen Euro angesetzt.

Im vergangenen Jahr hat Stromnetz Hamburg 312 Millionen Euro investiert, beispielsweise in ein neues Verteilwerk in Lurup oder ein neun Kilometer langes Hochspannungskabel zwischen Lurup und den Messehallen. Als nächstes soll das Umspannwerk in Langenhorn erneuert werden. Stromnetz Hamburg arbeitet nach eigenen Angaben jährlich an 20.000 Baustellen in der ganzen Stadt.

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Karin Pfäffle, Geschäftsführerin Stromnetz Hamburg, und Jens Kerstan (Bündnis90/Die Grünen), Senator für Umwelt und Energie in Hamburg, präsentieren den Geschäftsbericht 2019 bei einer Pressekonferenz zum Jahresabschluss der Stromnetz Hamburg AG. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.06.2020 | 12:00 Uhr

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