Stand: 15.08.2019 06:29 Uhr

Hamburg schickt Juristen in die Schulen

In Hamburg sollen bei der Vermittlung von Rechtsstaatlichkeit jetzt Profis an den Schulen helfen: Nach den Plänen der Justiz- und Schulbehörde werden noch in diesem Schuljahr rund 120 Richterinnen und Richter, Staatsanwälte und Anwälte den Unterricht in Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen unterstützen.

Es geht auch um Jugendstrafrecht, Schulpflicht und Drogen

Sie sollen helfen, den Schülern Prinzipien der Demokratie und des Rechtsstaats näherzubringen, meint Justizsenator Till Steffen (Grüne). "Dabei geht es zum Beispiel um Jugendstrafrecht, Schulpflicht und Umgang mit Betäubungsmitteln. Aber es geht natürlich auch um die Frage, wie der Rechtsstaat insgesamt funktioniert. All das kann dann mit in den Unterricht einfließen."

Wie die Juristen in den Unterricht eingebunden werden, stehe den Schulen frei, erklärt Bildungssenator Ties Rabe (SPD). "Das Besondere an unserem Projekt liegt darin, dass wir authentische Gesprächspartner vermitteln, die den Schülerinnen und Schülern auch zeigen, dass das ein spannendes Berufsfeld ist. Das ist etwas anderes, als in Büchern zu lesen."

Keine Bezahlung vorgesehen

Die Schulen werden jetzt angeschrieben und können Experten für den Unterricht einplanen. Die Juristen übernehmen die Aufgaben zusätzlich und werden nicht extra honoriert.

FDP sieht eigene Pläne umgesetzt

Unterstützung für das Projekt kommt von der FDP: Dass der Senat die Initiative der FDP jetzt aufgreife sei erfreulich, erklärte die Fraktionsvorsitzende Anna von Treuenfels-Frowein. Jetzt müssten die Senatoren Steffen und Rabe zeigen, dass sie das Projekt auch erfolgreich umsetzen könnten. Laut Justizbehörde sind die Pläne schon länger in der internen Planung, aber es sei richtig, dass die FDP als Erstes damit an die Öffentlichkeit gegangen sei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.08.2019 | 06:00 Uhr

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