Stand: 23.05.2018 15:51 Uhr

Hamburg kämpft gegen illegale Ferienwohnungen

Bild vergrößern
"Wir haben kein Problem mit zu viel Tourismus", meint Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH.

Knapp 14 Millionen Mal haben Touristen im vergangenen Jahr in Hamburg übernachtet. Doch schon bald könnte die Zahl noch mal deutlich zulegen: "Wir haben einmal antizipiert, dass wir im Jahr 2025 in einem Korridor zwischen 18 und 22 Millionen Übernachtungen landen werden können", sagte Hamburgs Tourismus-Chef Michael Otremba am Mittwoch.

Vorwürfe, dass die Stadt bereits jetzt zu voll und die Belastungsgrenze der Einwohner erreicht sei, wies er zurück: "Wir haben kein Problem mit zu viel Tourismus. Und ich bleibe auch dabei: Eine Stadt, die im Wachsen ist und die dann sagt, es ist uns genug, der geht es dann auch zu gut." Mit rund sechs Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und rund 100.000 Beschäftigten trage die Branche zum Arbeitsmarkt und zu Steuereinnahmen bei.

Untervermietungen an Touristen sollen eingeschränkt werden

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Hamburg die Untervermietung über Internetplattformen wie Airbnb gesetzlich einschränken will. Entsprechende Regelungen solle es im kommenden Jahr geben, sagten Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) und Staatsrat Andreas Rieckhof. Unter den zuständigen Behörden seien derzeit Entwürfe für eine Novellierung des Hamburger Wohnraumschutzgesetzes in Abstimmung. "Es sollte nicht sein, das Wohnraum überwiegend zu touristischen Zwecken genutzt wird", sagte Rieckhof angesichts der Wohnungsknappheit in der Stadt. Angedacht wird offensichtlich, dass sich Vermieter mit ihrem touristischen Angebot registrieren lassen und diese Nummer auf den Buchungsplattformen angeben müssen.

Unterstützung für ihre Pläne bekommt die Stadt von den norddeutschen Wohnungsunternehmen. Verbandschef Andreas Breitner meint, die illegale Untervermietung einer bezahlbaren Wohnung sei kein Kavaliersdelikt, sondern ein Betrug an der Gesellschaft.

In der Hansestadt gibt es seit 1971 das Verbot, Wohnraum für andere Zwecke zu nutzen. Er kann als Ferienwohnung nur vermietet werden, wenn es sich um den Erstwohnsitz handelt und der Vermieter seine Wohnung mehr als die Hälfte des Jahres selbst bewohnt. Bleibt ein Hauptmieter in seiner Wohnung und vermietet weniger als die Hälfte der Fläche, ist auch dies gesetzlich möglich - beispielsweise wenn das ehemalige Kinderzimmer Touristen überlassen wird. Staatsrat Rieckhof betonte, dass die Stadt nichts gegen Privatvermietungen und die Online-Geschäftsmodelle habe. Das Wohnraumschutzgesetz dürfe aber nicht unterlaufen werden. Auf Internetbuchungsplattformen wie Airbnb finden sich Tausende Angebote von Hamburgern, die ein Zimmer oder ihre ganze Wohnung an Touristen vermieten wollen.

Weitere Informationen

Rot-Grün will nachhaltigeren Tourismus in Hamburg

Rot-Grün will nachhaltigen Tourismus in Hamburg fördern und legt eine entsprechende Initiative vor. Eine Idee ist eine Öko-Variante der HamburgCard. Aber erstmal soll nun eine Strategie her. (22.05.2018) mehr

NDR Info

Wohnraumvernichtung? Städte vs. Airbnb

29.04.2018 09:25 Uhr
NDR Info

Private Wohnungsvermietung über Airbnb treibt die Mieten in die Höhe. Es ist Zeit, dem entgegen zu wirken, meint Markus Feldenkirchen vom "Spiegel" im NDR Info Wochenkommentar. (27.04.2018) mehr

Kulturtaxe: Viel Geld für Hamburger Projekte

Mit der eingenommenen Kultur- und Tourismustaxe will Hamburg viele Projekte unterstützen. Insgesamt 13,3 Millionen Euro gehen an kulturelle, sportliche und touristische Events. (06.03.2018) mehr

Tourismus in Hamburg: Von Rekord zu Rekord

Tourismus-Rekord dank Elbphilharmonie und Billigflieger: 2017 wurden in Hamburg 13,8 Millionen Übernachtungen registriert. Einen deutlichen Anstieg gab es bei Besuchern aus den USA und Großbritannien. (22.02.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.05.2018 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

00:26
Hamburg Journal 18.00

Neues Gutachten zum Rückkauf des Fernwärmenetzes

17.08.2018 18:00 Uhr
Hamburg Journal 18.00
02:38
Hamburg Journal

Blaualgen: Ist die Alsterfontäne gefährlich?

17.08.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:05
Hamburg Journal

Polizei warnt vor Anrufen falscher Polizisten

17.08.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal