Stand: 23.08.2016 14:48 Uhr

Hamburg hat Säugetieratlas und Baby-Biber

Trotz Baubooms fühlen sich auch auch viele wilde Tiere in der Stadt Hamburg wohl. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Hamburger Säugetieratlas. Zum ersten Mal nach 14 Jahren hat die Umweltbehörde nachgezählt, wie viele wilde Säugetierarten es in der Stadt gibt. Das Ergebnis hat Senator Jens Kerstan (Grüne) am Dienstag im Rathaus vorgestellt: "Wir haben eine sehr erfreuliche Entwicklung. Biber und Fischotter sind hier wieder heimisch. Allerdings sind die Bestände anderer Arten wie Haus- und Feldmaus zurückgegangen", sagte Kerstan.

Junge Rehe.

Säugetieratlas: Größere Artenvielfalt in Hamburg

Hamburg Journal -

Obwohl Hamburg den Wohnungsbau vorantreibt, geht es der Tierwelt offenbar gut: Mehr als 50 Säugetierarten gibt es in der Stadt laut dem aktuellen "Atlas der Säugetiere".

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Erster Hamburger Jung-Biber seit 200 Jahren

Auch eine "kleine Sensation" stellte der Umweltsenator vor: Erstmals seit 200 Jahren konnte in Hamburg ein Jungbiber nachgewiesen werden. Einem Mitarbeiter der Loki Schmidt Stiftung war es am 29. Juli und 1. August im Osten Hamburgs mit einer Fotofalle gelungen, Bilder eines Elbebiber-Babys zu machen. Sie zeigen das Tier allein und mit der Mutter. Noch 2002, als der vorangegangene Säugetieratlas veröffentlicht wurde, galt der Biber in Hamburg als ausgestorben. Vor ein paar Jahren tauchten dann einzelne Tiere wieder auf, zum Beispiel in der Dove-Elbe. Nun steht fest: Sie fühlen sich in Hamburg wieder so wohl, dass sie sich sogar vermehren.

54 Säugetierarten gefunden

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Dieser junge Elbebiber (r.) ging zusammen mit seiner Mutter in die Fotofalle.

Insgesamt habe sich die Lage der Säugetiere in Hamburg im Vergleich zur letzten Untersuchung kaum verändert, sagte Kerstan: Acht Arten seien weniger gefährdet, acht Arten mehr und alle übrigen wurden entweder als unverändert eingestuft oder es lägen nicht genug Daten zur Beurteilung vor. Insgesamt wurden 54 Arten nachgewiesen - darunter etwa Rothirsche im Duvenstedter Brook, Mückenfledermäuse im Wohldorfer Wald, Kegelrobben vor Scharhörn oder Zwergspitzmäuse in den Vier- und Marschlanden.

Um den Säugetieratlas zu erstellen, wurde das Stadtgebiet in 243 Quadrate aufgeteilt, in denen über vier Jahre alle Säugetierarten gezählt wurden. Dazu kamen Daten aus zahlreichen anderen Quellen, unter anderem von ehrenamtlichen Naturschützern. Als besonders artenreich stellte sich Wohldorf-Ohlstedt mit 38 Säugetierarten pro Quadrant heraus, während im städtischen Bereich durchschnittlich etwa zehn verschiedene Arten vorkommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.08.2016 | 16:00 Uhr

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