Stand: 17.11.2019 16:40 Uhr

Hamburg gedenkt Opfern von Krieg und Gewalt

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In der Hamburger KZ-Gedenkstätte in Neuengamme wurden am Volkstrauertag Kränze niedergelegt.

Am Volkstrauertag haben die Hamburgerinnen und Hamburger bei mehreren Veranstaltungen der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) sowie die Bischöfin der evangelischen Nordkirche, Kirsten Fehrs, legten zunächst am Sonntag am Internationalen Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme einen Kranz nieder.

In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus stehen Menschen zusammen.

Volkstrauertag: Gedenken in Hamburg

Hamburg Journal -

Am Volkstrauertag wurde in Hamburg an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert, insbesondere die Opfer des NS-Regimes. Die zentrale Gedenkveranstaltung fand im Michel statt.

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Bei der Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer auf dem Gelände der Asklepios Klinik Nord in Langenhorn erinnerte Veit danach an den Missbrauch und an die Ermordung mehrerer Tausend Frauen, Männer und Kinder mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen in Hamburger Einrichtungen während der NS-Diktatur. Die Überlebenden und Angehörigen der Opfer müssten es als blanken Hohn empfunden haben, dass viele von den Täterinnen und Tätern nach dem Krieg ihre berufliche Laufbahn in Hamburg erfolgreich fortsetzen konnten. "Das Leid, die Angst, die Schmerzen und die Morde während der NS-Zeit werden wir nicht vergessen", sagte Veit.

Zentrale Gedenkstunde im Michel

Die zentrale Gedenkstunde fand in der Hauptkirche St. Michaelis statt. Der Historiker und Journalist Götz Aly erklärte in seiner Rede: "In diesem Gedenken an Schuldige und Unschuldige, an Mitläufer und an Helden des Widerstands liegt etwas tief Beunruhigendes, eine für die Nachfahren der Millionen von Hitlerdeutschland Verfolgten und Ermordeten eine kaum erträgliche Zumutung." Dennoch solle und müsse auch der deutschen Gefallenen gedacht werden, der Opfer des Bombenkriegs, der Hunderttausenden, die infolge von Flucht und Vertreibung ihr Leben ließen oder in der Kriegsgefangenschaft umkamen. "Es bleibt uns keine andere Wahl."

Aufruf zu Toleranz und Frieden

Am Volkstrauertag wird der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Der nationale Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus findet immer jeweils zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt. Die Kranzniederlegungen und Gedenkstunden sollen zur Versöhnung und Völkerverständigung beitragen und rufen zu Toleranz und Frieden auf. In der Bundesrepublik wurde der Volkstrauertag 1952 auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder eingeführt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.11.2019 | 19:30 Uhr

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