Stand: 16.04.2020 10:45 Uhr

Hamburg bereitet schrittweise Lockerung der Corona-Regeln vor

Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister von Hamburg, äußert sich bei einer Pressekonferenz. © picture alliance / dpa Foto: Bernd von Jutrczenka
"Das Eis ist dünn": Hamburgs Bürgermeister Tschentscher mahnt zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Regeln.

Hamburg und die übrigen Bundesländer werden die strengen Corona-Auflagen nur vorsichtig lockern. Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen bleiben mindestens bis zum 3. Mai bestehen. Darauf verständigten sich die Regierungschefs der Länder in einer Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte nach den Beratungen: "Wir haben nicht viel Spielraum. Das Eis ist dünn."

Kleine Geschäfte dürfen öffnen

Die Beschlüsse besagen, dass kleine Geschäfte bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche schon ab der kommenden Woche wieder öffnen können. Voraussetzungs ist, dass sie über ein Hygienekonzept verfügen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Sie müssen sicherstellen, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf engem Raum befinden. Außerdem soll ab dem 4. Mai der Unterricht für einzelne Jahrgänge an den Schulen wieder losgehen: Zunächst mit den vierten Klassen der Grundschulen und den Abschlussklassen der weiterführenden Schulen. Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August untersagt bleiben.

Tschentscher: "Sehr, sehr dosiert"

"Durch die Disziplin der Bürgerinnen und Bürger haben wir es geschafft, das Corona-Virus einzudämmen", sagte Tschentscher im Hamburg Journal des NDR Fernsehens. Die erzielten Erfolge im Kampf gegen die Pandemie solle man nicht verspielen. Zwischen Bund und Ländern habe Einigkeit bestanden, die Maßnahmen "sehr, sehr dosiert" zu lockern, sagte Tschentscher. Denn es dürfe nicht passieren, dass man ein unkontrolliertes Infektionsgeschehen habe.

Über längeren Zeitraum mit Pandemie zu tun

"Wir haben eine komplexe Situation, denn wir haben das öffentliche Leben fast mit einer Vollbremsung eingestellt", sagte Tschentscher. Nun gehe es darum, Schritt für Schritt wieder dahin zurückzukehren. Tschentscher betonte: "Es bleibt nach wie vor das oberste Ziel, dass wir Gesundheit und Menschenleben schützen." Bürgerinnen und Bürger müssten sich darauf einstellen, über einen längeren Zeitraum mit der Pandemie zu tun haben.

Ob auch größere Läden wieder öffnen dürfen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter beschränken, sei eine Frage der Umsetzung. "Das wird jede Stadt, jedes Bundesland prüfen müssen", sagte Tschentscher im ARD-Morgenmagazin am Donnerstag. Ziel sei es "dass eben die Innenstadtbereiche nicht wieder zu eng bevölkert werden."

Behörden prüfen Umsetzung

In Hamburg wird nun an der Umsetzung der Beschlüsse gearbeitet. Zunächst werden die Behörden prüfen, wie sie in die bestehenden Verordnungen der Stadt eingebracht werden können. Am Freitag will dann der rot-grüne Senat zusammenkommen, um darüber zu entscheiden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.04.2020 | 06:00 Uhr

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