Stand: 21.11.2019 20:30 Uhr

Hamburg bekommt Elektro-Carsharing-Dienst

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Jürgen Rittersberg von VW und Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) verlängern die Zusammenarbeit von VW und der Stadt Hamburg.

Die Stadt Hamburg und der Volkswagen-Konzern haben am Donnerstag ihre seit gut drei Jahren bestehende Mobilitätspartnerschaft verlängert. 2020 will VW in Hamburg mit seinem Carsharing-Dienst We Share an den Start gehen. Rund 1.000 elektrisch angetriebene Pkw sollen dann im Stadtgebiet unterwegs sein. Damit will der Wolfsburger Konzern dem Dienst Share Now - von Daimler und BMW - Konkurrenz machen. Hamburg werde nach Berlin die zweite Stadt in Deutschland, in der VW den Menschen für ihre individuelle Alltagsmobilität eine emissionsfreie E-Flotte zum Teilen bereitstelle, so Philipp Reth, Chef von "We Share", am Donnerstag in Hamburg.

Hamburg hat die meisten Ladestationen

Konkurrent "Share Now" - das fusionierte Nachfolgeunternehmen von "Car2go" und "Drive Now" -, ist in Hamburg seit mehreren Jahren aktiv. Von seinen 1.500 Fahrzeugen sind 400 elektrisch. Es sei kein Nachteil, dass der Markt in Hamburg bereits geöffnet sei. Im Gegenteil, so Reth. Die Bevölkerung hier sei dafür besonders aufgeschlossen. Außerdem verfüge die Hansestadt über die meisten Ladesäulen in Deutschland.

E-Leihwagen zur Unterstützung des Klimaplans

Das sieht VW-Konzernstratege Jürgen Rittersberg genauso. Ihn hatte Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) zur Vertragsunterzeichnung ins Hamburger Rathauses eingeladen. Der neue Carsharing-Anbieter soll Hamburg auch bei der Erfüllung seines Klimaplanes helfen. Westhagemann will mit den 1.000 E-Autos die Luft verbessern. Autobesitzer sollen ihren Diesel oder Benziner verkaufen und die sauberen Leihwagen nutzen. Derzeit sind knapp 800.000 Autos in Hamburg angemeldet. Der Anteil der Elektro-Fahrzeuge in der Hansestadt lag zuletzt bei weniger als 0,3 Prozent (Stand: Anfang 2019).

Moderne Technologie und viele Arbeitsplätze

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In Berlin kann man die "We Share"-Fahrzeuge schon über eine App buchen.

Aktuell fahren 200 VW-Elektrobusse vom Moia-Sammeltaxendienst durch Hamburg. Der Volkswagen-Konzern bringe moderne Technologie - teils exklusiv - nach Hamburg. Und außerdem viele Arbeitsplätze, so Westhagemann. "Das wird ja häufig vergessen, dass wir - ich glaube - im Moment 680 Fahrer haben und 100 Software-Ingenieure", sagte der Senator. Der Eindruck, die goldfarbenen Moia-Busse seien meist leer unterwegs, werde durch die Statistik nicht bestätigt, sagte Rittersberger am Donnerstag. Bei 80 Prozent der Fahrten sei mehr als eine Person an Bord. Bei 60 Prozent würden die Fahrten geteilt unter mehreren Fahrgästen - so wie es dem Geschäftskonzept entspreche. Die Hamburger Moia-Flotte soll im kommenden Jahr auf 500 Fahrzeuge wachsen.

"Wir investieren in den nächsten Jahren 33 Milliarden Euro in die E-Mobilität", sagte Rittersberger. E-Mobilität sei eines der Schlüsselthemen im Konzern und werde auch eine bedeutende Rolle beim Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme ITS spielen, bei dem Hamburg im Herbst 2021 der Gastgeber ist. VW hat im Gastgeber-Komitee neben der Stadt den Co-Vorsitz übernommen.

Autonomes Fahren getestet

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VW testet autonomes Fahren in Hamburg

Mit fünf E-Golf testet der VW-Konzern in Hamburg das autonome Fahren. So sieht es in den Testfahrzeugen aus. Video (00:43 min)

Ein zweites Großprojekt ist das autonome Fahren unter Realbedingungen in einer Großstadt, das VW auf einer Hamburger Teststrecke erprobt. Auch die autonom fahrenden Elektroautos sollen drei weitere Jahre weiterentwickelt werden. Fünf Test-Golf sind in der Hansestadt unterwegs, vollgepackt mit Laserscannern, Sensoren, Radar und Kameras und einem Kofferraum voller Rechentechnik. In einem kleineren Test hat der Konzern zudem am Flughafen das autonome Einparken von Autos in Parkhäusern getestet. Auch die Konzerntochter MAN war mit Lkw und Bussen an Testprogrammen in Hamburg beteiligt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.11.2019 | 15:00 Uhr

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