Stand: 07.08.2019 14:34 Uhr

Hamburg bekommt 121 Millionen Euro mehr für Kitas

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (alle SPD) haben am Mittwochmittag das neue Kitagesetz im Hamburger Rathaus unterzeichnet. Damit kann - acht Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes - nun das vom Bund versprochene Geld fließen. Zusätzliche 121 Millionen Euro soll Hamburg bis 2022 vom Bund für Verbesserungen bei der Kinderbetreuung bekommen.

Regional große Unterschiede

Insgesamt fließen 5,5 Milliarden Euro dafür aus Berlin in die Bundesländer. Weil die Bedarfe regional sehr unterschiedlich sind, vereinbart der Bund mit allen Ländern individuell, wie das Gesetz vor Ort umgesetzt wird. Erst wenn diese Verträge unterzeichnet sind, wird das Geld überwiesen. Mindestens elf Bundesländer wollen damit Kita-Gebühren reduzieren oder ganz abschaffen. In Hamburg gibt es bereits eine kostenlose Kitabetreuung. Daher soll das Geld hier genutzt werden, um den oft kritisierten Betreuungsschlüssel zu verbessern.

Mehr Fachkräfte in den Einrichtungen

Das heißt konkret: Es sollen mehr Fachkräfte eingestellt werden. In zwei Jahren soll ein Krippen-Erzieher dann nur noch für vier Kinder verantwortlich sein - bisher sind es fünf. Verbesserungen waren hier aber ohnehin bereits mit einer Volksinitiative fest verabredet.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey schaut in die Kamera.  Foto: Wolfgang Kumm

Giffey: Kita-Vereinbarung stärkt Qualität

NDR Info -

Bundesfamilienministerin Giffey (SPD) hat am Mittag in Hamburg eine Vereinbarung zur Kita-Förderung unterzeichnet. Auf NDR Info sagte sie, für die Kinder bringe dies einen Qualitätssprung.

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In den Kitas soll das Verhältnis Fachkraft zu Kind bis 2024 auf eins zu zehn verbessert werden, von derzeit eins zu elf. Das Geld vom Bund reicht für diese Pläne allerdings nicht aus. Die Sozialbehörde investiert deshalb zusätzlich noch einmal 106 Millionen Euro.

Kritik an der Verwendung des Geldes

Der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg kritisiert im Sommerinterview mit NDR 90,3, wie Hamburg mit dem Geld umgeht. Natürlich sei auch er froh, über das Geld. Aber: Die Vereinbarung sei gewesen, dass das zusätzliche Geld zur Qualitätssteigerung eingesetzt werde. Hamburg bezahle damit jedoch Maßnahmen, die schon vorher umgesetzt wurden - und nicht zusätzliche. Er erwarte darum vom Senat, dass er signalisiere, wo die Qualitätssteigerungen nun lägen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.08.2019 | 13:00 Uhr

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