Eine Windkraftanlage mit der Aufschrift "Hamburg Wasser" vor dem Klärwerk.

Hamburg Wasser stellt Klimaplan 2025 vor

Stand: 29.10.2020 06:39 Uhr

Hamburg Wasser will mit einem Klimaplan in fünf Jahren null Emissionen in allen relevanten Konzernbereichen erreichen.

Der städtische Wasserversorger plant nach Angaben vom Mittwoch bis zum Jahr 2025 Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro für den Ausbau neuer regenerativer Erzeugungsanlagen. Außerdem soll der Eigenstrombedarf im Vergleich zu heute um 3,1 Millionen Kilowattstunden verringert werden. Für eine absolute Klimaneutralität werde bis 2025 ein verbindlicher Fahrplan entwickelt, mit dem das Unternehmen auch indirekte Emissionen - etwa durch Zulieferketten - künftig vermeiden oder kompensieren wolle, teilte Hamburg Wasser weiter mit.

Das Unternehmen bemüht sich vom Energieverbraucher zum Energielieferant zu werden. Vor 30 Jahren verbrauchte allein die Kläranlage Köhlbrandhöft so viel Strom wie die Stadt Lüneburg insgesamt - mit entsprechend hohen Kohlendioxid-Emissionen. Von damals 108.000 Tonnen pro Jahr sank der Ausstoß durch verschiedene Maßnahmen - wie zum Beispiel neue Gasaufbereitungsanlagen - auf jetzt 4.000 Tonnen.

Weitere Faultürme und Windkraftanlagen

Visualisierung: Das Klärwerk von Hamburg Wasser soll eine zweite Windkraftanlage bekommen.
Die Kläranlage Köhlbrandhöft bekommt eine neue Windkraftanlage und drei neue Faultürme. (Visualisierung)

Aber Hamburg Wasser möchte ein echter Null-Emissionsbetrieb werden. Dazu werden am größten öffentlichen Klärwerk Deutschlands in den kommenden Jahren 50 Millionen Euro investiert. Die Pläne sehen am Köhlbrandhöft eine neue Photovoltaikanlage vor. Außerdem werden drei neue Faultürme entstehen, in denen aus Klärschlamm, Gas gewonnen und zum Großteil in Strom umgewandelt wird. Am Köhlbrandhöft und am Standort Dradenau werden ferner zwei weitere Windkraftanlagen gebaut.

Neue Anlage in Betrieb genommen

Außerdem wurde die neue Rechen- und Sandfanganlage in Betrieb genommen, in der die Abwässer zunächst mechanisch gereinigt werden. "Sie kann mehr leisten und verbraucht weniger Strom", sagte der Technik-Chef von Hamburg Wasser, Ingo Hannemann. Neun Kubikmeter pro Sekunde können gereinigt werden, rund ein Drittel mehr als bisher, bei nur halb so viel Stromverbrauch.

Natalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung von Hamburg Wasser, kündigte darüber hinaus an, dass man unter anderem den Bau von kleinen Windkraftanlagen an den einzelnen Wasserwerken prüft und nach und nach den Fuhrpark des Wasserversorgers klimafreundlich erneuern will.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.10.2020 | 14:00 Uhr

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