Mehrere Personen begraben sinnbildlich die Veranstaltungsbranche. © NDR Foto: Screenshot

Hamburg: Protestaktion der Kultur- und Veranstaltungsbranche

Stand: 14.10.2020 20:34 Uhr

Mit einem Trauermarsch und einer symbolischen Beisetzung hat die Kultur- und Veranstaltungsbranche das Jahr 2020 in Hamburg symbolisch zu Grabe getragen. Hunderte Menschen kamen in die Innenstadt.

Die Demonstrierenden begleiteten einen schwarzen Sarg, der aus einer mobilen Verpackung für Veranstaltungs- und Bühnentechnik gefertigt war. Der Protestzug führte vom Hauptbahnhof zum Rathausmarkt. Dort wurde das Jahr symbolisch beerdigt. An der Demonstration unter dem Motto "Alarmstufe Rot - Rettet die Veranstaltungswirtschaft" beteiligten sich etwa 500 Beschäftigte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Branche.

Deutscher Eventverband fordert mehr Hilfe von der Politik

Der Deutsche Eventverband wollte mit der Aktion erneut auf die "verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur- und Veranstaltungsindustrie" aufmerksam machen. Die Hilfen der Politik kämen nicht dort an, wo sie gebraucht werden, kritisierte Verbandssprecherin Tanja Vosswinkel-Fischer im Gespräch mit NDR 90,3. "Wir sind jetzt im siebten Monat ohne Hilfen und müssen jetzt weiter kämpfen, um gehört zu werden", so Vosswinkel-Fischer.

VIDEO: Trauermarsch der Eventveranstalter in Hamburg (1 Min)

Finanzsenator will weitere Finanzhilfen prüfen

Auf dem Trauermarsch lief auch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) mit. Er sagte zu NDR 90,3, dass man die Veranstaltungsbranche noch einmal in den Blick nehmen müsse. Im Zweifel müsse auch mit Finanzhilfen nachgesteuert werden - sofern Geld vorhanden ist. Mit seiner Teilnahme an der Protestaktion wollte der Senator Solidarität mit der Branche zeigen und deren Bedeutung auch für die Stadt Hamburg deutlich machen.

Corona-Pandemie sorgt für Absage vieler Veranstaltungen

Die Eventbranche ist besonders stark von den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie betroffen, weil Konzerte, Aufführungen und Großveranstaltungen aller Art kaum stattfinden konnten. Die Branche beschäftigt bundesweit etwa 1,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In anderen Städten fanden ähnliche Aktionen statt.

Weitere Informationen
Gastronom Stephan Fehrenbach (links) und Veranstaltungstechniker Uwe "Tito" Afemann (rechts) stehen am Hamburger Hafen. © NDR Foto: Peder Feder

Veranstaltungen trotz Corona: Open Air am Cruise Terminal?

Das Projekt "Mein Club im Exil" will am Cruise Terminal Altona Corona-konforme Veranstaltungen durchführen. (07.10.2020) mehr

DIe Eventbranche demonstriert in Hamburg. © NDR Foto: Screenhot

Demo: Neuer Hilferuf der Veranstaltungsbranche

Die Veranstaltungsbranche hat am Mittwoch in Hamburg erneut auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. In der Innenstadt demonstrierten rund 200 Menschen. (26.08.2020) mehr

Der Hamburger Fernsehturm und die Messehallen werden während der „"Night of Light"“ rot beleuchtet. © picture-alliance/dpa Foto: Georg Wendt

"Night of Light": Hilferuf der Veranstaltungsbranche

Die Veranstaltungsbranche bangt wegen der Corona-Auflagen um ihre Zukunft. Mit der Aktion "Night of Light" machte sie auf ihre Lage aufmerksam. In Hamburg wurden viele Wahrzeichen rot beleuchtet. (23.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.10.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Hafengelände auf Steinwerder. © NDR Foto: Screenshot

Bund der Steuerzahler prangert drei Hamburger Projekte an

Das Schwarzbuch listet verschwendetes Steuergeld auf. In Hamburg geht es um eine Brücke, Software und einen Pachtvertrag. mehr

In Bewegungsunschärfe aufgenomme Szene in der Menschen eine Straße überqueren. © picture alliance Foto: Hauke-Christian Dittrich

300 neue Corona-Fälle in Hamburg erfasst

Der Sieben-Tage-Wert klettert erstmals auf über 100. Die Infektionswege sind kaum noch nachzuvollziehen. mehr

Landespressekonferenz zur Corona-Lage in Hamburg.

Hamburg will Corona-Hilfen verlängern

Der Senat fordert aber auch Unterstützung vom Bund bei der Verlängerung der Hilfen. mehr

Blauer Himmel über dem Volksparkstadion. © NDR Foto: Andre Cunha Lima

HSV gegen St. Pauli: Die Sicherheitslage vor dem Stadtderby

Die Stadt erwartet keine größeren Fanansammlungen, kündigt aber Kontrollen an. mehr