Stand: 30.01.2020 18:02 Uhr  - NDR 90,3

Hamburg: Mehr Unterricht in der Sprache der Eltern

Immer mehr Kinder von zugewanderten Familien haben in Hamburg die Möglichkeit, in der Schule auch die Sprache ihrer Eltern oder Großeltern zu lernen. In den vergangenen vier Jahren sei das Angebot um mehr als ein Viertel ausgebaut worden, bilanzierte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag.

"Noch einmal 1.000 obendrauf"

An jetzt 84 Grundschulen, Stadtteilschulen oder Gymnasien gebe es die Möglichkeit, die Sprache der Herkunftsfamilie auch im Unterricht zu lernen. 4.000 Schülerinnen und Schüler machten davon Gebrauch - 900 mehr als 2016. "Ich wünsche mir in den nächsten drei Jahren noch einmal 1.000 Schüler obendrauf", sagte Rabe.

Dass sich viele Eltern eine solchen Unterricht wünschen, sei verständlich: "Wenn wir alle in anderen Ländern mit unseren Familien leben würden, dann würden wir vermutlich auch Wert darauf legen, dass unsere Kinder etwas erlernen aus dem Herkunftsland der eigenen Eltern."

Angebote werden ausgebaut

So gibt es zusätzliche Angebote in Arabisch, sowie Farsi und Dari - Sprachen, die im Iran und Afghanistan gesprochen werden. Ein Nebeneffekt: Immer weniger Schülerinnen und Schüler besuchen den türkischen Konsulatsunterricht. Dieser war in die Kritik gekommen, weil die Behörde keinen direkten Einfluss auf die Inhalte hat. Seit 2016 hat sich in Hamburg die Teilnehmerzahl dort mehr als halbiert - auf jetzt knapp 350 Kinder.

Angeboten wird der herkunftssprachliche Unterricht in Form freiwilliger Sprachkurse in den Grundschulen sowie als zweite oder dritte Fremdsprache in den weiterführenden Schulen. Einige Schulen bieten darüber hinaus auch einen bilingualen Unterricht in anderen Fächern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.01.2020 | 18:00 Uhr

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