S-Bahn-Chef Arnecke, Bürgermeister Tschentscher und Verkehrssenator Tjarks stellen ein S-Bahn-Projekt vor. © NDR Foto: Reinhard Postelt

Hamburg: Digitalisierung soll mehr S-Bahnen aufs Gleis bringen

Stand: 02.10.2021 07:16 Uhr

Hamburgs S-Bahnzüge sollen bald deutlich häufiger und pünktlicher fahren: Die Digitalisierung der Steuer- und Sicherungssysteme soll das möglich machen.

Seit einem Jahr laufen in Hamburg Probefahrten mit Deutschlands erstem digitalen Zug-Steuersystem. Die mit Radar ausgerüsteten S-Bahnen fahren mit weniger Abstand. Am Freitag hat S-Bahn-Geschäftsführer Kai Uwe Arnecke die Ergebnisse der Studie vorgestellt: "Das System der digitalen S-Bahn schafft etwa 30 Prozent mehr Kapazität. Das ist eine enorme Steigerung. Wir haben aber auch die Möglichkeit, die Folgeverspätungen um 40 Prozent zu reduzieren."

Lokführer überwacht nur noch

Mit Hilfe der automatischen Zugsteuerung fährt die Bahn nahezu von selbst, das heißt, der Lokführer oder die Lokführerin bleibt an Bord und überwacht die Fahrt, muss aber nur in Notfällen eingreifen - etwa wenn etwas auf den Gleisen liegt oder Fahrgäste die sich automatisch schließenden Türen blockieren. Der erste umgerüstete Zug der Baureihe 474 soll am 11. Oktober zum ITS-Kongress vorgestellt werden, mit einer Jungfernfahrt auf der Linie zwischen dem Berliner Tor und Bergedorf (S21).

Bis 2030 soll Umstellung fertig sein

"Die Digitalisierung hat ein großes Potenzial für das gesamte Hamburger S-Bahn-Netz. Es schafft auf den vorhandenen Gleisen größere Kapazitäten, höhere Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit beim Bahnfahren", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen alle Hamburger S-Bahnen digital gesteuert werden.

Umrüstung kostet 800 Millionen Euro

Laut Studie wird die Umrüstung rund 800 Millionen Euro kosten. Allein die Modernisierung und der Bau neuer Stellwerke erforderten Investitionen von 620 Millionen Euro. Schritt für Schritt sollen die 50 bis 80 Jahre alten Stellwerke modernisiert werden, versprach S-Bahnchef Arnecke. "Wir bekommen mehr elektronische digitale Stellwerke, die sehr viel zuverlässiger arbeiten."

Fortschritte für den "Hamburg-Takt"

Der Senat will ab 2030 den "Hamburg-Takt" einführen. Dieser sieht vor, dass Menschen innerhalb von fünf Minuten Bus, U- und S-Bahn oder andere Mobilitätsangebote in Anspruch nehmen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.10.2021 | 16:00 Uhr

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