Stand: 20.06.2017 06:33 Uhr

Haftstrafe nach Säure-Angriff im Jobcenter

Ein 56-jähriger Mann ist am Montag vom Hamburger Landgericht wegen gefährlicher sowie versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichts hat der Verurteilte seine Noch-Ehefrau am 7. November des vergangenen Jahres an ihrem Arbeitsplatz beim Jobcenter Hamburg-Wandsbek mit einer säurehaltigen Flüssigkeit angegriffen. Dabei habe er ihr zugerufen: "Hier, damit du auch mal weißt, was Schmerzen sind." Die 46-Jährige hatte sich ein Dreivierteljahr zuvor von ihrem Mann getrennt.

Versteckter Angeklagter

Säure-Angriff: Täter erhält lange Haftstrafe

Hamburg Journal -

Im November 2016 hat ein Mann seiner damaligen Ehefrau eine säurehaltige Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet. Er wurde zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

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Richter: "Teuflische Tat"

In der Urteilsbegründung sprach der Richter von einer "teuflischen Tat". Er appellierte an den 56-Jährigen, sich mit dem Tatgeschehen auseinanderzusetzen. Bislang, so der Richter, täte er sich lediglich selbst leid. Im Prozess hatte der Mann wiederholt versucht, die Tat zu rechtfertigen und zu relativieren. Seine Frau hätte ihn provoziert, zudem habe er die Säure noch verdünnt. Er sprach von einer Kurzschlussreaktion. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidigung sprach sich für eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren aus.

12.000 Euro Schmerzensgeld für das Opfer

Zusätzlich zu der Haftstrafe für den Täter wurden dem Opfer 12.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Die 46-Jährige erlitt schwere Verletzungen und musste zwei Tage in ein künstliches Koma versetzt werden, um ein Ersticken zu verhindern. Fast zwei Wochen lag sie auf der Intensivstation. Schwere Spätfolgen konnten durch die schnelle Hilfe ihrer Arbeitskollegen verhindert werden.

Der Anwalt der Frau zeigte sich nach dem Urteil zufrieden. Dennoch werde seine Mandantin und ihre beiden Söhne noch lange brauchen, bis sie sich von den Geschehnissen erholten. Die Frau hatte sich im März 2016 von dem Mann getrennt. Zuvor hatte das Paar eine Eheberatung und mehrere Therapien besucht. Eine Frau dürfe ihren Mann verlassen, stellte der Richter ausdrücklich fest. An der Tat trage die Frau keinerlei Mitschuld.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.06.2017 | 16:00 Uhr

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