Hafenautobahn A26-Ost: Pläne für letzten Abschnitt vorgestellt

Stand: 25.03.2021 20:48 Uhr

In nur sechs Minuten von der A1 zur A7: Das verspricht die neue Hamburger Hafenautobahn A26-Ost. Am Donnerstag wurden die Pläne für den letzten Bauabschnitt der Autobahn zwischen der Hohen Schaar und Wilhelmsburg vorgestellt.

Für Umweltschützer ist die 9,6 Kilometer lange Hafenautobahn ein rotes Tuch. Doch Auto- und Lkw-Fahrer und -Fahrerinnen kämen in Minutenschnelle von der A7 in Moorburg zur A1 in Stillhorn, sagt Sebastian Haß vom Planungsbüro DEGES. "Wenn man das mit der heutigen Zeit vergleicht, ist das sicherlich ein wahnsinniger Gewinn gerade für Güterverkehre zwischen diesen beiden Autobahnen."

Deutlich teurer als zunächst geplant

70 Prozent der Autobahn laufen über Betonstelzen und Tunnel. Das macht sie 1,85 Milliarden Euro teuer - doppelt so viel wie vor fünf Jahren geplant. Herzstück ist eine große Süderelbbrücke, ähnlich der Köhlbrandbrücke. Für ihren Bau entsteht extra ein kleiner Hafen, schwärmt Projektleiter Peter Pfeffermann. "An der Kaikante können Stückgutfrachter anlanden. Die Wassertiefe beträgt über neun Meter. Ob die nun aus Shanghai, Philadelphia oder Antwerpen kommen, spielt keine Rolle."

Eine Visualisierung zeigt den geplanten Tunnel Kornweide in Wilhelmsburg. © DEGES Foto: DEGES
In Wilhelmsburg soll an der Kornweide ein Lärmschutztunnel gebaut werden.

Doch in Wilhelmsburg stehen der Autobahn an der Kornweide für den Bau eines Lärmschutztunnels sechs Häuser im Weg. Sie sollen weg.

Unterlagen werden ausgelegt

Die 9,7 Kilometer lange Autobahn ist in drei Abschnitte unterteilt. Für den Teil "Wilhelmsburg", zu dem ein Tunnel gehört, sollen von Montag an bis zum 28. April nun im Bezirksamt Hamburg-Mitte die Planfeststellungsunterlagen ausgelegt werden - auch online wird ein Einblick möglich sein. Die Verantwortlichen gehen für diesen Abschnitt von einem Baubeginn 2025 aus. Fertigstellung könne dann 2031 sein, als letztes der drei Stücke. Der Abschnitt "Moorburg" schließt direkt an der A 26 West an. Im Part "Hafen" wird die Autobahn zur Überquerung der Elbe in Hochlage gebaut.

Je nach Abschnitt werden auf der geplanten Hafenpassage 40.000 bis 60.000 Fahrzeuge täglich erwartet, ein großer Teil davon Lastwagen. Nach Auffassung der Verkehrsbehörde entlastet die A26 die Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg von Lärm und Schadstoffemissionen und bündelt die Transitverkehre.

Umwelzschützer: Völlig falsches Signal

Der Naturschutzbund NABU lehnt den geplanten Bau der Hafenautobahn in Hamburgs Süden grundsätzlich ab. Die Autobahn zerstöre intakte Natur und sei zudem unverhältnismäßig teuer, hieß es. Verkehrspolitisch sei es ein völlig falsches Signal, vor dem Hintergrund der Klimakatastrophe noch neue Autobahnen bauen zu wollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.03.2020 | 08:00 Uhr

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