Stand: 23.04.2018 16:14 Uhr

Hafen-Landstrom fließt erstmals kostendeckend

Bislang ist die "AIDAsol" das einzige Schiff, das die Landstromanlage nutzt. Rund eine Stunde dauert es nach dem Festmachen in Altona, bis die bordeigenen Geneneratoren abgeschaltet werden. In der Regel zwischen 8 und 17 Uhr wird das Kreuzfahrtschiff von Land mit Ökostrom beliefert.

Die Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal in Altona schreibt in diesem Jahr zum ersten Mal keine roten Zahlen mehr. Laut Hafenverwaltung HPA wird das bislang einzige Kreuzfahrtschiff, das dort mit umweltfreundlich erzeugtem Strom versorgt wird, doppelt so häufig andocken wie bisher: Die"AIDAsol" kommt bis zum Jahresende 22 Mal nach Hamburg.

Testanläufe neuer potenzieller Kunden geplant

Dadurch müsse die Stadt nichts mehr zuschießen, sagte HPA-Finanzchef Tino Klemm am Montag. "Es ist mit Sicherheit ein Anfang. Und wir haben einen weiteren Testpartner, der dann hoffentlich im nächsten Jahr in den Regelbetrieb geht. Es geht voran, aber es geht langsam voran."

NABU fordert Landstrom-Pflicht

Viele Hafenanwohner und die Umweltschutzorganisation NABU fordern schnellere Fortschritte, um die Abgase zu reduzieren. Der NABU verlangt, dass alle Schiffe, die bereits einen Anschluss haben, dazu verpflichtet werden sollen, Landstrom zu beziehen. Für die anderen soll es eine Übergangsfrist von zwei bis drei Jahren geben, sagte der NABU-Leiter Umweltpolitik, Malte Siegert. "Die Anlage gibt es seit 2015. Man hat jetzt drei Jahre verstreichen lassen mit nur einem Schiff. Das ist ein Armutszeugnis."

Landstrom zu teuer?

Neben Sicherheitsbedenken führen Reeder als Grund für die Nichtbenutzung der Anlage hinter vorgehaltener Hand immer wieder an, dass der Landstrom zu teuer sei. Er kostet mindestens drei Mal so viel wie der Strom, der an Bord durch Dieselgeneratoren erzeugt wird.

Unabhängig davon plant die Stadt aber bereits eine weitere, wesentlich größere Landstromanlage - und zwar in der Hafencity. Ab 2021 sollen dort auch Schiffe von der Größe der "Queen Mary 2" versorgt werden.

Zehn Millionen Euro investiert

Rund zehn Millionen Euro hat die Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal in Altona gekostet. Hamburg hat dafür großzügige Zuschüsse vom Bund und von der Europäischen Union erhalten. Schiffe sollen so während der Liegezeit ihre eigenen Generatoren abstellen können, damit sie die Umwelt nicht mehr durch Abgase und Lärm belasten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.04.2018 | 17:00 Uhr

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