Stand: 12.12.2018 07:23 Uhr

HSH Nordbank gibt Personal-Kahlschlag bekannt

Vielen der rund 1.700 Beschäftigten der privatisierten HSH Nordbank stehen nicht gerade besinnliche Adventstage bevor. Der Aufsichtsrat der Bank, die in Hamburg Commercial Bank umbenannt wird, hat der Belegschaft in Kiel und Hamburg am Dienstag tiefgreifende Beschlüsse bekannt gegeben. Weniger Personal, weniger Sachkosten - so die Ziele. Konkret heißt das, dass in Hamburg von den 950 Stellen rund 300 Stellen aufgegeben werden, wie das NDR Hamburg Journal am Dienstagnachmittag berichtete. Die Vorstandsebene wird von den diesen Stellenstreichungen allerdings weitgehend unberührt bleiben. Dafür gehen unter anderem in der Betriebskantine und im Gebäudemanagement rund die Hälfte der Stellen verloren. Das sorgte bei den Beschäftigten für Unmut.

Olaf Behm im Interview.

HSH Nordbank verkündet massiven Stellenabbau

Hamburg Journal -

Alleiniger Hauptsitz der privatisierten HSH Nordbank soll zwar Hamburg bleiben, doch auch hier fallen 300 von 1.000 Stellen weg. Das erfuhr die Belegschaft auf einer Versammlung.

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Standort Kiel: 500 Stellen gestrichen

Die Beschäftigten in Kiel trifft es insgesamt noch härter: Nur rund 200 von derzeit fast 700 Stellen bei der Bank sollen erhalten werden. Wann genau der Stellenabbau greift, ist noch nicht klar. Banken-Vorstandschef Stefan Ermisch sagte, geplant seien auch Stellenverschiebungen zwischen Kiel und Hamburg. IT-Mitarbeiter sollten außerdem zu einem Provider wechseln.

Der Betriebsrat der neuen "Hamburg Commercial Bank" kritisiert die Sparpläne. Er wirft dem Management vor, am wenigsten von Kürzungen betroffen zu sein. Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbund in Hamburg, Katja Karger, sagte, die neuen Eigentümer hätten eine Verantwortung für die Beschäftigen.

Von einer Krise in die nächste

Die HSH Nordbank war 2003 aus der Fusion der Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein hervorgegangen und hatte in ihrer kurzen Geschichte mit einer Vielzahl von Krisen und Skandalen zu kämpfen. Nachdem die Bank zwei Mal von den Ländern vor der Insolvenz gerettet wurde, musste sie auf Anweisung der EU-Kommission verkauft oder abgewickelt werden. Ende November ging sie für einen Kaufpreis von einer Milliarde Euro an US-amerikanische Investmentfonds unter der Führung der Firma Cerberus und des Investors Christopher C. Flowers. Der US-Investor Cerberus ist ein Hedgefond und auf Firmen am Abgrund spezialisiert.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 11.12.2018 | 19:30 Uhr

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