Stand: 10.09.2012 10:45 Uhr  | Archiv

Günter Discher und die Leidenschaft zum Swing

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Discher berichtete bei vielen Veranstaltungen über seine Swing-Leidenschaft und über die Verfolgung durch die Nazis. (Archivbild von 1998)

Am 20. März 1925 in Hamburg-Eimsbüttel geboren begeisterte sich Günter Discher schon als Jugendlicher für den Jazz. Er gehörte zur Hamburger Swing-Jugend, die von den Nationalsozialisten beobachtet und verfolgt wurde.

Discher sammelte Schallplatten amerikanischer und europäischer Orchester. Er wurde 1942 von der Gestapo wegen "zersetzendem und staatsabträglichen Treibens" verhaftet. Bis zum Kriegsende wurde er im Jugendkonzentrationslager Moringen interniert.

Lebensgeschichte als Grundlage für Hollywood-Film

Seine Lebensgeschichte war Grundlage für den Hollywood-Film "Swing Kids". Als Zeitzeuge war Discher noch bis ins hohe Alter unermüdlich unterwegs in Schulen und Gedenkstätten, um der Nachkriegsgeneration von seinen Erfahrungen mit den Nationalsozialisten, aber auch von seiner Leidenschaft für den Jazz zu erzählen. Dafür wurde er im Jahr 2000 vom Hamburger Senat mit der Biermann-Ratjen-Medaille ausgezeichnet.

Der Jazz-Historiker und Swing-Experte starb am 9. September 2012 im Alter von 87 Jahren in Hamburg.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Rund um den Michel | 09.04.2006 | 18:00 Uhr

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