Stand: 02.10.2018 10:09 Uhr

Große Koalition einigt sich im Dieselstreit

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In Hamburg gibt es Fahrverbote für Fahrzeuge mit Diesel-Motor bis Euro 5 - zum Beispiel an der Stresemannstraße.

Im Diesel-Skandal haben die Spitzen der Großen Koalition in der Nacht zu Dienstag einen Durchbruch erzielt. Demnach sollen auch die von der SPD geforderten Hardware-Nachrüstungen Teil des Maßnahmen-Pakets gegen Diesel-Fahrverbote sein. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hatte vor Beginn des Diesel-Gipfels am Montag gefordert, nicht die Autobesitzer in Haftung zu nehmen. Außerdem hoffte er darauf, dass die Diesel-Fahrverbote in Hamburg wieder aufgehoben werden können.

Tschentscher favorisiert technische Lösung

Die Bundesländer seien sich beim Thema Diesel in einem Punkt einig, sagte Tschentscher, der seit Montag auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist: Die Autofahrer sollen nicht für die Fehler der Autoindustrie haften. Tschentscher hofft auf Umtauschprämien und technische Lösungen - und zwar nicht nur für Privatleute. "Aber es geht auch viel um kleinere Unternehmen, die beispielsweise eine Diesel-Flotte haben, wo es nicht so sein kann, dass die Industrie sagt: 'Wir beteiligen uns nicht' und jeder dann auf seinen Kosten sitzen bleibt", sagte Tschentscher am Montag im Interview mit NDR 90,3.

Diesel-Fahrverbote auf dem Prüfstand

In Hamburg gab es am Jahresanfang mehr als 120.000 Diesel-Autos der Schadstoffklassen Euro 4 und 5, die die heutigen Grenzwerte nicht mehr einhalten. "Wir haben in Hamburg eine sehr begrenzte Diesel-Fahrverbotszone einrichten müssen", sagte Tschentscher. Werde die Software-Manipulation an Diesel-Fahrzeugen korrigiert, könnten diese Fahrzeuge auch wieder auf der Max-Brauer-Allee und der Stresemannstraße fahren. "Wenn es eine technische Lösung gibt, dann ist eine solche Diesel-Verbotszone möglicherweise gar nicht mehr nötig", so Tschentscher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.10.2018 | 10:00 Uhr

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