Stand: 11.12.2019 14:11 Uhr

Gewinnrückgang bei Kupferhersteller Aurubis

Ein Arbeiter mit Schutzkleidung bei der Kupferproduktion. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks
Der Hamburger Aurubis-Konzern zählt zu den größten Kupferproduzenten der Welt.

Der Hamburger Kupferhersteller Aurubis hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang verbucht. Das operative Vorsteuerergebnis brach 2018/19 (bis Ende September) um 42 Prozent auf 192 Millionen Euro ein, wie der im MDax notierte Konzern am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Unter dem Strich verdiente Aurubis mit 138 Millionen Euro nur etwa halb so viel wie im Jahr zuvor. Gründe sind unter anderem die schwächelnde Weltwirtschaft und Abschreibungen in der Sparte für Flachwalzprodukte, deren Verkauf am Veto der Kartellwächter gescheitert war. Auch der Produktionsstillstand wegen Wartungsarbeiten wirkte sich aus. Zudem macht sich bei Europas größter Kupferhütte bemerkbar, dass China verstärkt mit vergleichbaren Produkten auf den Markt drängt. Aurubis kündigte größere Sparanstrengungen an, um in Zukunft ein besseres Ergebnis vorlegen zu können.

Beim Umsatz gab es ein Plus von zwei Prozent, er stieg auf 11,9 Milliarden Euro. Aurubis senkte die Dividende je Aktie um 30 Cent auf 1,25 Euro. Dennoch legte die Aurubis-Aktie deutlich an Wert zu. Würde man Sondereffekte wie die Abschreibungen rausrechnen, habe Aurubis die Erwartungen übertroffen, erklärte ein Händler.

Stabile Kupfernachfrage erwartet

Der seit Juli amtierende Konzernchef Roland Harings blickt angesichts niedriger Schmelzlöhne für Kupfer vorsichtig ins neue Geschäftsjahr. Das Management rechnet für das Geschäftsjahr 2019/20 mit einer stabilen Kupfernachfrage. Harings erwartet ein operatives Vorsteuerergebnis zwischen 185 Millionen und 250 Millionen Euro.

Mittelfristige Perspektiven positiv bewertet

Harings sieht die mittelfristigen Perspektiven positiv. "Speziell im globalen Recycling-Geschäft mit seinen komplexen Ausgangsstoffen sehe ich großartige Chancen für Aurubis", erklärte er. Für Windanlagen und den Umstieg auf Elektromobilität würde künftig noch mehr Kupfer und andere Metalle benötigt. Kritisch sieht der Aurubis-Chef, dass in der EU über die Einführung eines höheren CO2-Preises debattiert wird. Europas Industrie müsse sich auf dem Weltmarkt behaupten - und könne da zusätzliche Belastungen nicht weitergeben.

Belastungen durch fehlgeschlagenes Investitionsprojekt

Harings Vorgänger Jürgen Schachler hatte der Aufsichtsrat im Juni nach dem fehlgeschlagenen Investitionsprojekt "Future Complex Metallurgy" entlassen, weil die Kosten aus dem Ruder liefen. Mit der Entwicklung eines neuen metallurgischen Verfahrens sollte die Rohstoffbasis auf Materialien ausgeweitet werden, die Blei, Schwefel und Kupfer enthalten. Damals kündigte der Konzern bereits an, dass durch den Stopp des Projekts hohe Belastungen entstünden. Seit Jahresbeginn musste Aurubis zudem die Produktion wegen Wartungsarbeiten zeitweise ruhen lassen, wodurch das Ergebnis weiter geschmälert wurde.

Aurubis ist einer der weltweit größten Kupferproduzenten und der größte Kupferwiederverwerter. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben jährlich mehr als eine Million Tonnen Kupferkathoden und stellt daraus diverse Kupferprodukte her. Der Konzern beschäftigt insgesamt rund 6.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 20 Ländern. Aurubis wurde 1866 als Norddeutsche Affinerie gegründet, 1998 wurde das Unternehmen an die Börse gebracht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.12.2019 | 14:00 Uhr

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