Stand: 19.06.2018 13:55 Uhr

Gewerkschaften kritisieren Hafen-Pläne

Chinesische Investoren haben schon seit längerer Zeit Interesse daran, im Hamburger Hafen ein neues Containerterminal zu betreiben. Die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) will bis zum Herbst eine Entscheidung fällen. Gewerkschaften und Betriebsräte laufen Sturm gegen die Pläne.

Der Hamburger Hafen.

Streit um Hafenflächen

Hamburg Journal 18.00 -

Braucht der Hamburger Hafen ein neues Containerterminal auf Steinwerder? Es gibt Interesse chinesischer Investoren. Gewerkschaften sowie Betriebsräte von Hafenunternehmen lehnen die Konkurrenz ab.

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HPA-Chef: "Da wird kein Blödsinn gemacht"

Mehrere Dutzend Hektar Hafenfläche liegen seit Jahren auf Steinwerder, südlich der Werft Blohm + Voss, brach. Nachdem sich Hafenunternehmen und Betriebsräte dagegen ausgesprochen haben, dieses Areal chinesischen Firmen zu geben, versucht HPA-Chef Jens Meier jetzt zu besänftigen. "Ich kann da alle nur beruhigen, dass da kein Blödsinn gemacht wird", sagte Meier am Montagabend vor rund 150 Unternehmern im Hafen-Klub.

Bonz: Kein zusätzliches Containerterminal nötig

Ein zusätzliches Containerterminal brauche die Stadt gar nicht, sagte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg. "Wir werden - auch so lange meine Enkelin noch lebt - nicht wieder unter die ersten zehn Häfen in der Welt kommen, was den Umschlag angeht", sagte Bonz. SPD und Grüne müssten sich aber auf eine gemeinsame Strategie für den Hafen verständigen, damit die Unternehmen künftig wissen, wo sie investeieren und wo nicht.

Gewerkschaften laufen Sturm - Offener Brief an Bürgermeister

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) möchte gerne externe Unternehmen an den Terminals beteiligen. Laut Horch ist die Infrastruktur im Hafen allein über Miet- und Pachteinnahmen nicht mehr zu bezahlen - zum Beispiel auch auf Steinwerder. Doch das kritisieren die Gewerkschaft ver.di und die Gewerkschaft der europäischen Hafenarbeitergewerkschaft ETF in einem offenen Brief nun mit deutlichen Worten. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) müsse Horch zur Ordnung rufen, sagte Thomas Mendrzik, Vorsitzender der Fachgruppe Häfen bei ver.di. Unterzeichnet haben den offenen Brief an den Bürgermeister auch zahlreiche Betriebsräte von Hamburger Hafenunternehmen wie HHLA, Eurogate und Gesamthafenbetrieb.

Mit dem Verkauf der Flächen an chinesische Investoren würden die demokratische Kontrolle und das Eigentum der Bürger Hamburgs ausgehebelt, so Mendrzik. Livia Spera, Chefin der europäischen Hafenarbeitergewerkschaft ETF, sieht sogar europäische Werte in Gefahr. Die lasse man sich nicht von einem "provinziell agierenden Politiker aus der Hand nehmen", meinte sie mit Blick auf Horch.

Weitere Informationen

Steinwerder: Karan kontra Containerterminal

Wie soll ein riesiges Stück Brachland im Herzen des Hafens künftig genutzt werden? Hamburgs früherer Wirtschaftssenator Karan spricht sich gegen ein weiteres Containerterminal aus. (02.05.2018) mehr

Betriebsräte gegen neues Containerterminal

Die Beschäftigten mehrerer großerer Hafenunternehmen machen gegen den geplanten Ausbau des Hafens mobil. Sie wollen kein weiteres Containerterminal auf Steinwerder. (25.04.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.06.2018 | 13:00 Uhr

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