Stand: 01.07.2020 11:57 Uhr  - NDR 90,3

Gewerkschaft warnt Airbus vor Kahlschlag

Die Gewerkschaft IG Metall Küste hat den Flugzeugbauer Airbus vor einem überzogenen Stellenabbau aufgrund der Corona-Krise gewarnt. Der Flugzeugbauer hatte am Dienstagabend angekündigt, in Deutschland rund 5.100 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

Gewerkschaft kritisiert "Kahlschlag" bei Airbus

Das Unternehmen stecke in der schwersten Krise, die die Luftfahrtbranche jemals erlebt habe, sagte Vorstandschef Guillaume Faury. Um Airbus zu erhalten, müsse man weitreichende Maßnahmen ergreifen.

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Airbus haben bereits ihren Beitrag geleistet, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern", sagte hingegen Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste. Diese Zukunft dürfe Airbus jetzt nicht verspielen. Statt eines Kahlschlags solle das Unternehmen lieber eine Brücke bauen in die Zeit nach der Krise, so Friedrich.

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Der Flugzeughersteller Airbus will allein in Deutschland 5.100 Stellen abbauen, Hamburg wird besonders betroffen sein. Hamburg Journal Reporter Peter Kleffmann mit Informationen. Video (01:47 min)

Wirtschaftssenator kündigt Investitionen an

Friedrich appellierte außerdem an die politisch Verantwortlichen, die Kurzarbeit zu verlängern. Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sagte am Mittwoch, es gebe da bereits Gespräche mit dem Bund. Aktuell ist die gesetzliche Kurzarbeit auf zwölf Monate begrenzt.

Westhagemann kündigte zudem an, dass der Hamburger Senat in den kommenden zwei Jahren bis zu 50 Millionen Euro in die angewandte Luftfahrtforschung investieren will. Damit sollen unter anderem umweltfreundliche Antriebe entwickelt werden.

2.000 Jobs in Finkenwerder auf der Kippe

Deutschlandweit beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat zahlreiche Standorte - etwa in Hamburg-Finkenwerder oder Bremen. Im Hamburger Werk beschäftigte Airbus vor Beginn der Corona-Krise rund 14.000 Menschen. Nahezu alle Leiharbeitenden haben das Werk bereits verlassen und ein großer Teil der Stammbelegschaft ist in Kurzarbeit. Nach Informationen von NDR 90,3 stehen allein am Standort Hamburg-Finkenwerder mehr als 2.000 Jobs auf der Kippe, betriebsbedingte Kündigungen sind bis Jahresende ausgeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.07.2020 | 12:00 Uhr

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