Stand: 26.09.2019 11:28 Uhr

Gesundheitsminister wirbt für digitale Medizin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Schluss machen mit der Zettelwirtschaft bei den Ärzten: "Karteikarten, die haben im Dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts nicht mehr regelhaft in den Praxen Alltag zu sein." Denn es gebe keinen Grund, warum Patienten immer noch ihre Röntgenbilder auf CD bekommen, so der Gesundheitsminister: "Warum muss ein Patient das selbst rumtragen, wenn es eigentlich auch in seiner Patientenakte liegen könnte, in seiner digitalen. Eine bessere Kommunikation, eine ne bessere Verfügbarkeit von Daten nutzt vor allem und zuerst den Patienten."

Ein Porträtbild von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). © dpa-Zentralbild Foto: Britta Pedersen

Jens Spahn: "Ich möchte, dass wir nach vorne kommen"

NDR 90,3 -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert einen Ausbau der digitalen Medizin. Im Exklusiv-Interview mit NDR 90,3 sagte Spahn, Deutschland müsse deutlich nachholen und zusätzlich investieren.

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Spahns Ziel: eine vernetzte Medizin

Deswegen sei es richtig, dass Ärzten die Honorare gekürzt werden, wenn sie sich nicht an der Digitalisierung beteiligen, so Spahn. Sein Ziel sei es, eine vernetzte Medizin zu schaffen, die europäische Datenschutz-Standards einhält. Wenn Politiker, Ärzte und Krankenhäuser das nicht bald schaffen, werden amerikanische oder chinesische Groß-Konzerne den digitalen Gesundheitsbereich in Deutschland übernehmen, fürchtet Spahn.

Spahn verteidigt Implantatregister

Weiterhin verteidigte Spahn das sogenannte Implantanregister. Alle Informationen über Implantate sollen zukünftig in einem Register gespeichert werden, um zu erfahren: Wie haltbar ist ein Implantat? Hat es sich über die Jahre bewährt? Oder gab es Produktmängel? In den vergangenen Jahren hatten fehlerhafte Implantate immer wieder zu Problemen geführt. Im Rückruffall könne man dann auch sehen, wer ein solches Implantat habe, so Spahn. Einen Skandal lösten vor knapp zehn Jahren minderwertige Brustimplantate eines französischen Herstellers aus. Allein in Deutschland waren Tausende Frauen betroffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 26.09.2019 | 11:00 Uhr

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