Stand: 24.11.2017 17:05 Uhr

Gericht entlässt G20-Gegner aus U-Haft

Ein italienischer Gegner des G20-Gipfels kommt aus der Untersuchungshaft in Hamburg frei. Das hat das Hanseatische Oberlandesgericht am Freitag entschieden. Es hat aber Auflagen erlassen, die den 18-Jährigen über das Wochenende noch im Gefängnis halten, wie NDR 90,3 berichtete.

Junger Italiener seit Monaten in U-Haft

Kein anderes G20-Verfahren hat so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Fall Fabio V. Der junge Italiener war am Morgen des 7. Juli verhaftet worden, als er mit anderen G20-Demonstranten auf dem Weg Richtung Innenstadt war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Landfriedensbruch und versuchte gefährliche Körperverletzung vor, weil aus der Gruppe heraus mit Flaschen und Steinen auf Polizisten geworfen wurde.

Gerichtliches Gerangel

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Fabio V. soll selbst nichts geworfen haben. Dennoch sitzt er seit mehr als vier Monaten im Gefängnis. Die zuständige Richterin des Amtsgerichts Altona wollte ihn bereits in der vergangenen Woche entlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Beschwerde eingelegt. Nach tagelangem Gerangel hat das Hanseatische Oberlandesgericht nun der Haftverschonung zugestimmt. Es hat aber zur Auflage gemacht, dass die 10.000 Euro Kaution, die Fabios Mutter hinterlegt hat, auf seinen Namen eingezahlt werden muss. Das hat der Senat am Freitagnachmittag verkündet - als die Hinterlegungsstelle schon nicht mehr besetzt war.

Fabios Anwältin Gabriele Heinecke kommentierte das im Gespräch mit NDR 90,3 als "unglaublich". Jetzt wird der 18-Jährige wohl am Montag aus dem Gefängnis entlassen. Denn seine Anwältin will die Auflagen gleich am Vormittag erfüllen, damit ihr Mandant am Nachmittag - nach seinem nächsten Prozesstermin - das Gericht ohne Handschellen verlassen kann.

Proteste und Gewalt beim G20-Gipfel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2017 | 17:00 Uhr

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