Fünf Garnelen liegen auf einem Holzbrett. © imago images / panthermedia

Garnelen hinter Gittern: Verliert Justizbeamter seinen Job?

Stand: 24.11.2020 14:24 Uhr

Riskiert man für fünf Euro den Beamtenstatus? Das ist die entscheidende Frage in einem Prozess vor dem Hamburger Amtsgericht, der am Dienstag begonnen hat.

Ein Justizbeamter des Gefängnisses Fuhlsbüttel ist wegen Bestechlichkeit angeklagt, weil er für einen Insassen Lebensmittel eingeschmuggelt haben soll: Es geht um ein Kilogramm Riesengarnelen, vier Kilogramm Putenfleisch und einen Eimer Eiweißpulver.

Die entscheidende Frage: Hat er Geld kassiert?

Die Verlobte des 57-jährigen Insassen besorgte die Köstlichkeiten und ließ sie über den Justizbeamten aus der Anstaltsbäckerei, zu dem der Insasse einen guten Draht hatte, ins Gefängnis schmuggeln - so viel ist klar. Dabei handelt es sich um ein Dienstvergehen des Justizbeamten. Aber hat er auch Geld kassiert? Im Raum stehen fünf Euro pro Lieferung. Dann wäre es eine Straftat, die den 58-Jährigen seinen Beamtenstatus kosten könnte. Er will deshalb einen Freispruch.

Ein Zeuge blieb geheim

Den vom Richter vorgeschlagenen Deal, der eine kleine Geldstrafe gegen ein Geständnis vorsieht, lehnt er ab. Nun kommt es auf einen anderen Gefangenen an, der das Trio verpfiffen hatte. Dessen Name ist bislang allerdings unbekannt. Der Anstaltsleiter gibt ihn nicht preis, um den Mann nicht zu gefährden.

Aus Termingründen wurde der Prozess nach dem Auftakt am Dienstag ausgesetzt. Nächstes Jahr geht er dann richtig los.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2020 | 14:00 Uhr

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