Stand: 09.01.2018 16:14 Uhr

G20: Dreieinhalb Jahre Haft für Flaschenwurf

Das Hamburger Amtsgericht hat am Dienstag die bislang höchste Strafe im Zusammenhang mit den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel verhängt. Der Angeklagte muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Mit Bierflasche geworfen

Nach Überzeugung des Schöffengerichts hatte der 28-Jährige in der Nacht nach der "Welcome to Hell"-Demonstration am 6. Juli am Schulterblatt im Hamburger Schanzenviertel eine Bierflasche gegriffen, den Boden abgeschlagen und die Flasche auf Beamte geworfen. Ein Polizist wurde getroffen und leicht an der Hand verletzt. Der Angeklagte habe sich damit der gefährlichen Körperverletzung, eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und des schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht.

"Das war ein überaus widerliches Verhalten, was Sie da gezeigt haben", sagte Richter Johann Krieten dem Angeklagten. "Es ging Ihnen darum, einen Polizeibeamten zu verletzen." Das Schöffengericht habe sogar überlegt, ob der beim Amtsgericht maximal zulässige Strafrahmen von vier Jahren überhaupt noch ausreiche.

Einschlägig vorbestraft

Da der 28-Jährige bereits einschlägig vorbestraft ist, unter anderem saß er wegen Körperverletzung im Gefängnis, muss er nun für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Mit dem Urteil ging das Gericht noch deutlich über die Forderung der Staatsanwältin hinaus, die zwei Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte.

Verteidiger Matthias Wisbar hatte auf Widersprüche in den Aussagen der vier Polizeizeugen und den angeblichen Versuch einer Aktenfälschung hingewiesen. Er plädierte auf Freispruch. Der Angeklagte hatte sich weder zu den Vorwürfen noch zu seinen persönlichen Verhältnissen geäußert. Nach dem Urteil gab es erhebliche Proteste im Zuschauerraum.

Wieder hartes Urteil des Richters

Richter Krieten hatte bereits im ersten G20-Verfahren für Aufsehen gesorgt, als er einen Mann wegen zweier Flaschenwürfe zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilte. Er hatte in seiner Urteilsbegründung damals betont, dass Polizisten weder Freiwild für die Spaßgesellschaft, noch Freiwild für erlebnisorientierte Gewalttäter seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.01.2018 | 16:00 Uhr

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