Stand: 04.07.2017 15:33 Uhr

G20: Temer reist an, saudischer König sagt ab

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Der brasilianische Präsident Michel Temer reist trotz der Korruptionsvorwürfe zum Gipfel nach Hamburg.

Nachdem er seine Teilnahme am G20-Gipfel zunächst abgesagt hatte, will Brasiliens Präsident Michel Temer nun offensichtlich doch zum Treffen mit den G20-Kollegen nach Hamburg reisen. Wie das brasilianische Portal "O Globo" berichtete, sei Temer von führenden Beratern davon überzeugt worden, dass er bei dem Treffen am 7. und 8. Juli in Deutschland nicht fehlen dürfe. Temer steht als Staatsoberhaupt immens unter Druck. Er war vergangene Woche wegen Korruptionsverdachts vom Generalstaatsanwalt angeklagt worden. Er muss um sein Amt fürchten. Das Verfahren war als Grund für seinen zunächst erklärten Verzicht auf die Reise zum G20-Gipfel angeführt worden.

Viel Aufwand für keinen König

Saudi-Arabiens König Salman Abdulaziz wird hingegen nicht zum G20-Gipfel nach Hamburg fahren. Aktuelle Entwicklungen in der Katar-Krise würden den 81-Jährigen dazu zwingen. Laut saudischer Botschaft wird Staatsminister Ibrahim al-Assaf anstelle des Königs die Delegation leiten.

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Wegen des schlechten Gesundheitszustands von König Salman war schon spekuliert worden, ob er die Reise werde antreten können. Für die saudische Delegation waren in Hamburg insgesamt 400 Hotelzimmer gebucht worden. Davon 160 im Hotel "Vier Jahreszeiten". In der Suite des Königs war Panzerglas vor den Fenstern montiert worden sowie Wände umgesetzt. Laut Hoteldirektor Ingo Peters war die Royale Suite viel zu klein für den König. Zumal der Monarch mit seinem Thron anreisen wollte. Gerüchte, dass auch Kamele mit nach Hamburg transportiert werden sollten, damit stets frische Kamelmilch für den König zur Verfügung stehe, wurden nicht bestätigt.

"Absolute VVVIPs" - auch ohne den König

Die größte Herausforderung für das Hotel sei die Logistik, so Peters laut Spiegel Online. Alle Gäste kämen zugleich an und würden sofort etwas wollen. Das Gepäck werde in fünf 7,5-Tonnen-Lastwagen gebracht und müsse sehr zügig und fehlerfrei auf die 160 Zimmer verteilt werden. "Das sind alles absolute VVVIPs (very, very, very important persons), die gewohnt sind, dass ihnen mit einem Fingerschnipp auch nachts um drei jeder Wunsch sofort erfüllt wird - und wenn es ein halbes Lamm ist."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 04.07.2017 | 05:30 Uhr

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