Stand: 27.06.2020 10:39 Uhr  - NDR 90,3

Friedliche Demo und viele Feiernde im Schanzenviertel

Zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt und Rassismus haben sich am Freitagabend rund 160 Menschen am Bahnhof Sternschanze versammelt. Auf dem Boden sitzend hörten sie sich in einer lauen Sommernacht rund zwei Stunden Vorträge an und schauten Videobeiträge. Die von der Organisation "Interventionistische Linke" veranstaltete Kundgebung unter dem Motto "Polizei, Rassismus, Gewalt" blieb friedlich. Vor der Kundgebung gab es - auch mit Blick auf die jüngsten Krawalle in Stuttgart - die Befürchtung, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte - weshalb die Polizei auch mit zahlreichen Kräften Präsenz zeigte.

Hunderte feiern trotz Corona

Polizeisprecherin Sandra Levgrün hatte vor der Demo zu NDR 90,3 gesagt, die Polizei blicke mit Sorge auf die Demonstration. "Die Veranstaltung ist von einer Organisation angemeldet, die zumindest im Verdacht steht, am 6. Juni, als es die Demonstration zu Gedenken an George Floyd gab, Krawall ausgeübt, Polizisten angegriffen und diese friedliche Versammlung für sich genutzt zu haben." Levgrün betonte, es gelte nach wie vor der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Vorschrift, dass sich maximal zehn Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen dürften.

Die Teilnehmenden der Demo hielten sich an diese Regeln, nicht so Hunderte Menschen, die trotz Corona im Schanzenviertel feierten. Die Außengastronomie der zahlreichen Gaststätten, das Schulterblatt vor der linksautonomen Roten Flora sowie die angrenzende Susannenstraße, waren am späten Freitagabend dicht bevölkert. Nach Polizeiangaben versammelten sich zwischen 400 und 450 Feiernde am Schulterblatt. Etwa 350 seien es am neuen Pferdemarkt gewesen.

Behörden schränken Alkoholverkauf im Schanzenviertel ein

Insgesamt zeigte sich die Polizei mit dem Geschehen im Schanzenviertel aber zufrieden. Da es hier bereits am vergangenen Wochenende immer wieder zu großen Menschenansammlungen gekommen war, bei denen viel Alkohol konsumiert und Corona-Regeln nicht eingehalten wurden, setzten die Bezirke Altona und Mitte diesmal auf ein partielles Alkoholverkaufsverbot. So sollen Menschenansammlungen möglichst vermieden werden.

Ein Sprecher des Bezirksamts Altona sprach von 16 Kiosken und Lokalen, denen von Freitag, 17 Uhr, bis Sonntag, 6 Uhr, der Verkauf von Alkoholika verboten worden sei. Die Polizei Hamburg twitterte, dass es insgesamt 23 Lokale und Kioske seien. Restaurants durften öffnen und auch Alkohol anbieten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.06.2020 | 06:30 Uhr

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