Stand: 22.02.2020 06:31 Uhr  - NDR 90,3

"Fridays for Future": Tausende demonstrieren mit Greta in Hamburg

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Greta Thunberg hielt bei der Abschlusskundgebung eine kurze Rede.

Tausende Menschen haben am Freitag in Hamburg für besseren Klimaschutz demonstriert. Mit dabei war auch Greta Thunberg, die Galionsfigur der "Fridays for Future"-Bewegung. Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in der Hansestadt hielten die Demonstrierenden Plakate hoch, auf denen zum Beispiel stand "Wir streiken bis ihr handelt". Nach einer Auftaktkundgebung am Heiligengeistfeld zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Innenstadt. Nach Angaben der Polizei waren etwa 20.000 Menschen unterwegs, die Organisatoren sprachen sogar von 60.000.

Thunberg: Kampf für Klimaschutz fortsetzen

Die junge Schwedin Thunberg hielt bei der Abschlusskundgebung eine kurze Rede. Sie betonte, dass der politische Kampf für mehr Klimaschutz nicht aufhören dürfe. "Wir müssen geduldig sein, aber wir müssen weiter Druck machen, denn es gibt keine andere Option", sagte die 17-Jährige. Sie wisse nicht, wie Politiker ihren Kindern in die Augen schauen können, während sie ihnen die Zukunft stehlen. "Wenn genug Menschen mitmachen, den Wandel voranzutreiben, dann kann der Wandel auch gelingen."

Konzert von Fettes Brot

Für Stimmung vor dem Protestmarsch sorgte die Hamburger Hip-Hop-Band Fettes Brot. Auf der Bühne am Heiligengeistfeld sangen die Musiker unter anderem "An Tagen wie diesen", "Du driftest nach rechts" und "Schwule Mädchen". "Es ist uns eine große Ehre, dabei zu sein", sagte ein Bandmitglied. "Wir wollen, dass die Leute demokratisch wählen. Keine Stimme den Faschisten", sagten die Musiker vor ihrem Auftritt. 

Schweigeminute für Opfer von Hanau

Zum Auftakt des Bühnenprogramms gab es eine Schweigeminute für die Toten von Hanau. Die Demonstrierenden gedachten damit der Opfer der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat in der Nacht zum Donnerstag. "Wir sind traurig, wir sind wütend", sagte Yavuz Feroglu vom kurdischen Dachverband Nav-Dem. Die Polizei hatte ihre Schutzmaßnahmen für die Demonstration vorsorglich erhöht. Mehr als 600 Beamte waren im Einsatz.

Demo durch die Innenstadt

Nach der Auftaktkundgebung zogen die Demonstrierenden durch die Hamburger Innenstadt. Es ging vom Heiligengeistfeld über die Ludwig-Erhard-Straße, den Rödingsmarkt, den Rathausmark, den Jungfernstieg, den Gänsemarkt, den Valentinskamp über den Johannes-Brahms-Platz und den Sievekingsplatz wieder zur Glacischausee. Bei der U-Bahn-Brücke am Rödingsmarkt seilten sich zwei Aktivsten der Umweltgruppe Robin Wood ab und entrollten ein Plakat mit der Aufschrift "Klimawandel - schneller als die Politik erlaubt". Wegen der Straßensperrungen kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Für "Fridays for Future" keine regionale Sache

Zur Auswahl des Zeitpunktes der Klimademo - nur zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl - sagte Mitorganisator Arnaud Boehmann: "Die Bürgerschaftswahl ist keine regionale Sache, sondern ein entscheidender Akzent für Klimapolitik deutschlandweit." Als Wahlkampf-Werbung für die Grünen sehe er die Kundgebung ausdrücklich nicht. "Fridays for Future" sei streng überparteilich. Für Hamburg lauten die Forderungen der Bewegung: Klimaneutralität bis 2035, eine autofreie Innenstadt sowie die Abschaltung aller Kohlekraftwerke bis 2025.

Zehntausende kamen zu bisherigen Klimastreiks

Thunberg war schon einmal am 1. März 2019 bei einer Klima-Demo in Hamburg. Beim bislang größten globalen Klimastreik in Hamburg am 20. September 2019 gingen laut Polizei etwa 70.000 Menschen rund um die Binnenalster auf die Straße, die Veranstalter sprachen von 100.000 Teilnehmern. Im November waren es 50.000 Menschen. Bereits in zwei Monaten soll es den nächsten globalen Klimastreik - und damit auch die nächste Groß-Demo in Hamburg geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.02.2020 | 19:00 Uhr

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