Franziska Hoppermann © picture alliance / dpa Foto: Michael Kappeler

Franziska Hoppermann: Von Hamburg nach Berlin

Stand: 24.11.2021 14:00 Uhr

Sollte Norbert Röttgen zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt werden, soll die Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann Generalsekretärin werden. NDR 90,3 Redakteurin Susanne Röhse hat mit ihr unter anderem über ihre Zukunft gesprochen.

Frau Hoppermann, Sie sind Mitglied der Hamburger CDU, schon seit 1999. Sie haben sich schon lange politisch in der CDU-Fraktion im Bezirk Wandsbek engagiert, zuletzt als Fraktionsvorsitzende. Sie sind Vorsitzende der Frauen-Union in Hamburg und nun sind Sie im Wahlkreis Wandsbek in den Bundestag gewählt worden. Sind Sie bald auch CDU-Generalsekretärin?

Franziska Hoppermann: Wenn alles gut läuft, scheint das dann so zu sein. Ja!

Wie sind Sie dazu gekommen? Kannten Sie Norbert Röttgen? Wie ist er auf Sie zugekommen?

Hoppermann: Ich habe Norbert Röttgen schon beim letzten Mal unterstützt, als er kandidiert hatte für den Bundesvorsitz der CDU Deutschlands. Ich fand seine Sicht auf die Volkspartei CDU sehr spannend und überzeugend, hatte mir das sehr offen angeguckt beim letzten Mal und habe ihn dann aber sehr offensiv unterstützt. Ich habe das auch öffentlich gemacht und hatte in dem Zusammenhang sehr häufigen und engen Kontakt mit Norbert Röttgen. Und wir sind in Kontakt geblieben. Jetzt sind wir ja Fraktionskollegen in der neuen Bundestagsfraktion und deswegen habe ich mich sehr gefreut, als er mich dann gefragt hat.

Franziska Hoppermann, CDU Hamburg © picture alliance/dp Foto: Christian Charisius
AUDIO: Interview mit der CDU-Bundestagsabgeordenten Franziska Hoppermann (6 Min)

Was war das für ein Moment, als er auf sie zukam? Hat er einfach gesagt: 'Franziska, möchtest du meine Generalsekretärin werden?'

Hoppermann: Ja, so ähnlich war das! Er mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir das vorstellen kann. Ich habe mich erstmal sehr gefreut, mich bedankt, gesagt, dass ich mich sehr geehrt fühle. Dann habe ich das auch natürlich ein bisschen mit meinem Mann besprochen und dann habe ich ihm zugesagt.

Norbert Röttgen ist einer von drei Kandidaten neben Friedrich Merz, der hat sich am Montag vorgestellt hat. Am Donnerstag stellt sich Helge Braun vor, auch er möchte gern CDU-Vorsitzender werden. Angenommen, sie schaffen es als Team. Was wäre so das erste, was Sie sagen, das jetzt passieren muss mit der CDU. Was wären ihre drei Punkte?

Hoppermann: Wir müssen uns als erstes mit den Landesverbänden zusammensetzen, die nächstes Jahr Landtagswahlen haben. Wir haben vier große Landtagswahlen. Mit dem Saarland geht es los, dann Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Wir müssen mit den Landesverbänden gucken, wie wir sie am besten unterstützen können, um diese Wahlen erfolgreich zu bestreiten. Dann müssen wir uns angucken, wie wir in einen Dialog treten können, auch dauerhaft mit unseren Mitgliedern. Und wie wir moderne Parteiarbeit gestalten können, so dass es attraktiv ist, wieder mehr mitzumachen und mehr eingebunden zu werden. Aber auch andere Menschen, die noch nicht zu uns gefunden haben, für Politik zu begeistern. Und ich glaube, dass es auch eine Frage ist, wie wir uns aufstellen wollen, was die Herausforderungen der Zukunft angeht. Also es ist schon eine Frage, wie wir die auf den Tisch liegenden Themen Digitalisierung, Bürokratieabbau und den Klimawandel, wie wir das in unsere Programmatik auf unserer Wertebasis denn gestalten wollen.

Die Hamburger CDU gilt ja mehr so als Merz-Anhänger. Meinen Sie, das hat sich jetzt so ein bisschen gewandelt?

Hoppermann: Also zum einen ist es wichtig zu betonen, dass es keine Festlegung für den Landesverband insgesamt gibt, weder für ein Team Friedrich Merz noch für ein Team Norbert Röttgen oder gar ein Team Helge Braun. Sondern es gibt schon die Beschlusslage des Landesvorstands der CDU in Hamburg: Wir positionieren uns nicht insgesamt, aber jeder kann seine eigene Präferenz äußern. Aber gefragt werden ja jetzt die Mitglieder. Die CDU Deutschlands hat 400.000 Mitglieder, und ich bin ganz gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird. Das ist aber, glaube ich, völlig offen.

Sie sind neu gewählt in den Bundestag. Wie war das so, als sie den Plenarsaal zum ersten Mal betreten haben?

Hoppermann: Das war tatsächlich zur konstituierenden Fraktionssitzung schon, weil wir aufgrund der Corona-Pandemie die Abstände da besser einhalten konnten. Und es ist schon ein besonderes Gefühl, weil man diesen Raum ja wirklich nur betreten darf als gewählte Abgeordnete. Und das ist schon ein besonderer Moment.

Kennen sie sich schon alle in der Fraktion so? Duzen sich schon?

Hoppermann: Ja, tatsächlich ist es ein ganz nettes Miteinander. Wir sind auch als Neue sehr gut aufgenommen worden. Das sind knapp 50 neue Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten Republik in der Fraktion. Wir hatten Einführungstage, ein sogenanntes Bootcamp für die neuen Abgeordneten und sind wirklich sehr freundlich und offen und auch thematisch in die Fraktion gut einbezogen worden.

Sie wollen Mitglied werden im Haushalts und Verteidigungsausschuss. Warum, was bringt sie, wollen sie dort einbringen?

Hoppermann: Ich glaube, dass ich viel Expertise habe für den Haushaltsausschuss aufgrund meiner beruflichen Kenntnis, die ich hier aus Hamburg mitbringe. Ich habe in Hamburg drei Doppelhaushalte mitaufgestellt für unterschiedliche Behörden und kenne mich in öffentlichem Haushaltswesen ziemlich gut aus. Das würde ich da gerne mit einbringen. Und für den Verteidigungsausschusses ist es schlicht so, dass in meinem Wahlkreis in Wandsbek die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr beheimatet, ein Bundeswehrkrankenhaus. Hamburg hat in den Elbvororten die Führungsakademie der Bundeswehr, und mir liegt die einfach sehr am Herzen. Mein Bruder ist bei der Luftwaffe. Mein Großvater war schon im Verteidigungsausschuss, und insofern ist mir das Thema Bundeswehr immer sehr nah. Und ich finde es ganz wichtig, sich dafür einzusetzen, dass die Bundeswehr Teil unserer Gesellschaft ist, mitten in der Gesellschaft ist und Unterstützung erfährt, weil sie für uns Frieden, Freiheit und Sicherheit garantiert.

Franziska Hoppermann privat - woher schöpfen Sie ihre Kraft?

Hoppermann: Mir macht es einfach alles wahnsinnig viel Freude und wahnsinnig viel Spaß. Wenn ich gerade nicht Politik mache, dann mache ich sehr gerne Musik. Aus Musik machen und Singen kann ich schon ganz schön viel Kraft schöpfen. Außerdem habe ich eine tolle Familie zu Hause, mache lange Spaziergänge mit unserem Hund sehr gerne und bin gerne mit Freunden und Familie zusammen. Das sind schon gute Kraftquellen.

Das Gespräch führte Susanne Röhse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2021 | 14:00 Uhr

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