Stand: 24.05.2020 14:58 Uhr  - Hamburg Journal

Flugzeuge in Corona-Zeiten: Einfach Parken reicht nicht

Es ist ruhig geworden am Himmel über Hamburg. Das Coronavirus verlangsamt oder lähmt immer noch Teile des Alltags, auch am Flughafen in Fuhlsbüttel. Flugzeuge auf der ganzen Welt stehen erst einmal dauerhaft am Boden - auch in Hamburg. Aber: So ein Flugzeug kann nicht so einfach geparkt werden wie ein Auto.

Flugzeugwartung in Corona-Zeiten

Hamburg Journal -

Seit Beginn der Corona-Krise im März stehen Flugzeuge weltweit am Boden - 18 sind es in der Zentrale bei Lufthansa Technik in Hamburg. Gewartet werden müssen die Maschinen trotzdem. 

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Seit Beginn der Corona-Krise im März stehen allein beim Lufthansa-Konzern Hunderte Flugzeuge am Boden - 18 sind es in der Zentrale bei Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen.

"Das hat man noch nie erlebt"

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"Eine merkwürdige Situation für alle", meint Nils Wiedemann von Lufthansa Technik.

"Das hat man noch nie erlebt in der Luftfahrt, dass fast alle Flugzeuge am Boden stehen", sagt Nils Wiedemann, der Leiter der Wartung in Hamburg. Er ist dafür verantwortlich, dass die hier geparkten Flugzeuge auch nach der Krise noch abheben können. "Auf allen Flughäfen in Deutschland sieht es ähnlich aus: Überall, wo eine freie Fläche ist, werden die Flugzeuge geparkt. Das ist schon eine merkwürdige Situation für alle."

Jede Öffnung an den länger parkenden Flugzeugen wird verschlossen - zu groß wäre die Gefahr, dass Insekten oder Vögel in dem Airbus nisten. Bis zu einem Jahr können die so präparierten Flieger geparkt und innerhalb eines Tages wieder bereitgestellt werden. Dafür werden Maschinen wie ein Airbus A321, der aus Frankfurt stammt, im Rhythmus von 7, 15 und 30 Tagen von der Technik-Crew unter die Lupe genommen.

Triebwerke starten, Cockpits checken

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Nach den Checks werden die Triebwerke abgedeckt, um sie vor Feuchtigkeit, Insekten oder Vögeln zu schützen.

Regelmäßig müssen auch die Triebwerke gestartet und die Cockpits überprüft werden. "Es werden diverse Funktionstests im Cockpit durchgeführt", erklärt Arne Meier von Lufthansa Technik. Die Anti-Eisanlage werde zum Beispiel ebenso gecheckt wie die Klimatisierung des Flugzeugs und die Ventile.

Ohrenbetäubend laut ist der Lärm, wenn ein Triebwerk im Leerlauf getestet wird. Und auch aufwendig: Rund 200 Kilogramm Sprit werden bei einem vorgeschriebenen Check verbraucht. Erst nach 15 Minuten werden die Motoren wieder abgeschaltet. Im nächsten Schritt packen die Techniker Salzsäcke in die Triebwerke, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Und ganz zum Schluss werden sie wieder mit Abdeckungen gesichert.

Arne Meier und seine Kollegen hoffen, dass sie diese bald dauerhaft entfernen können - und die Flugzeuge wieder abheben können. 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.05.2020 | 19:30 Uhr

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