Stand: 18.08.2019 19:13 Uhr

Ferienwohnungen: Airbnb weiter in der Kritik

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Viele Wohnungen in Hamburg werden an Touristen vermietet, teilweise ausschließlich.

Der Tourismus in Hamburg boomt: Rund 14,5 Millionen Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr - ein neuer Rekordwert. Nicht nur für Hotels ein lukratives Geschäft - auch für private Gastgeber. Die haben trotz des neuen Gesetzes zum Wohnraumschutz einen Weg gefunden ihre Wohnungen an Touristen zu vermieten - solange sie wollen.

Schleppende Ermittlungen

Das federführende Bezirksamt Altona soll das bekämpfen. Acht neue Stellen wurden geschaffen, um die cleveren Vermieter zu entlarven. Es geht vor allem um diejenigen, die zwar registriert sind - aber den ein oder anderen Mieter verschweigen. Die Ermittlungen laufen aber eher schleppend.

Altbau-Fassade in Hamburg

Der Kampf gegen illegale Ferienwohnungen

Hamburg Journal -

Auch in Hamburg vermieten viele ihre Wohnungen illegal an Touristen. Am Bezirksamt Altona wurden acht neue Stellen geschaffen, um die cleveren Vermieter zu entlarven.

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Viele Wohnungsvermittler

So sieht es zumindest Dieter Lohberger vom Bürgerverein St. Pauli. Vor allem in seinem Stadtteil würden vermehrt auch außerhalb von Airbnb nicht registrierte Wohnräume angeboten. "Wenn man da ein bisschen ins Internet guckt, sieht man, was sich geändert hat - es gibt bei anderen Vermittlerzentralen immer mehr Anbieter, es werden immer mehr Wohnungen so vermietet, teilweise wohnen nur noch Touristen in den Wohnungen und das ist letztendlich Wohnraumvernichtung für mich", sagt Dieter Lohberger. Welche Wohnungen auf St. Pauli illegal vermietet werden, will Lohberger aber nicht verraten. In seinem Kiez halte man trotz allem zusammen.

Probleme bei der Umsetzung

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Die Bezirke könnten gar nicht erfassen, wer länger als acht Wochen vermiete, sagt Siegmund Chychla vom Mieterverein.

Auch der Mieterverein zu Hamburg sieht Probleme bei der Umsetzung der neuen Regel zum Schutz von Wohnraum: "Nach unserer Einschätzung halten sich allenfalls 50 Prozent derjenigen, die Wohnungen vermieten an die Registrierungspflicht und diejenigen, die sich registrieren lassen melden sich selbstverständlich nicht immer beim Bezirk wenn sie eine Wohnung vermietet haben", sagt Siegmund Chychla vom Mieterverein. Das bedeute: Die Bezirke könnten gar nicht erfassen, wer mehr als acht Wochen vermiete.

Mögliche Verstöße kaum zu überprüfen

Das federführende Bezirksamt Altona bestätigt: Ob und wie dagegen verstoßen werde, sei derzeit in vielen Fällen kaum zu überprüfen. "Das System muss sich einspielen, das Hamburger Wohnraumschutzgesetz ist eins der beispielhaften Wohnraumschutzgesetze im Bundesgebiet und ich glaube, damit sind wir auf gutem Wege, den Ferienwohnungsvermietungen irgendwo einen gewissen Riegel vorzuschieben zu können", sagt Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamts.

Kein leichtes Unterfangen

Den Riegel vorschieben - mit nur acht Stellen kein leichtes Unterfangen. Wenn die Bezirksämter den illegalen Vermietern auf die Spur kommen wollen, brauchen sie mehr Mitarbeiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.08.2019 | 19:30 Uhr

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