Stand: 17.07.2020 20:30 Uhr  - Hamburg Journal

Fehler in Abi-Zeugnissen: Schüler protestieren

Hamburger Schülerinnen und Schüler protestieren wegen eines Formfehlers in ihren Abitur-Zeugnissen. Eigentlich hätte dort ausgewiesen sein müssen, in welchen Fächern sie auf einem sogenannten erhöhten Niveau geprüft wurden - den früheren Leistungskursen. Doch der Hinweis fehlt. Der Grund ist wohl ein Software-Fehler in ganz Hamburg. Am Gymnasium Ohlstedt beispielsweise gibt es nun das Angebot an die Abiturienten, ein verändertes Zeugnis im Tausch zu erhalten. Allerdings erst nach den Sommerferien. Das aber ist zu spät: Viele Bewerbungsfristen laufen früher ab.

Ärger über fehlerhafte Abitur-Zeugnisse

Hamburg Journal -

Ein Software-Fehler ist anscheinend dafür verantwortlich, dass in den Abitur-Zeugnissen keine Leistungskurse ausgewiesen werden. Manche Schüler fürchten nun Benachteiligungen.

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Universitäten mit strengen Zugangsbeschränkungen

Das Problem: Manche Universitäten nehmen Abiturienten und Abiturientinnen aus Hamburg nur auf, wenn diese eine ganz bestimmte Auflage erfüllt haben - ihre schriftlichen Abiturarbeiten müssen auf erhöhtem Niveau geschrieben worden sein. Dann steht bei der Note im Zeugnis normalerweise das Kürzel "e.A." für "erhöhte Anforderung" hinter der Note - also die höchste mögliche Leistungsstufe. Es gibt sogar einen Hinweis im Kleingedruckten auf der Zeugnisseite.

Abiturienten ärgern sich über fehlerhaftes Zeugnis

"Ich möchte gerne Jura studieren, beziehungsweise Wirtschaftsrecht", sagt Abiturient Kilian Koss. "Da ist natürlich Englisch und Politik von Vorteil. Wenn gerade da bei den Prüfungen die Bemerkung fehlt, dass es auf erhöhtem Niveau geschrieben wurde, ist es natürlich ärgerlich." Wie er sehen das auch andere Schülerinnen und Schüler.

Behörde sah zunächst kein Problem

Die zuständige Schulbehörde hatte zunächst erklärt, dass der Hinweis nicht ausschlaggebend sei: In den vier Halbjahres-Zeugnisse sei alles korrekt angegeben und daher könne jede Universität von selbst darauf kommen, wie die Noten bei den schriftlichen Abschlussarbeiten gemeint seien. Deshalb sah man zunächst keinen Anlass für eine Korrektur.

Vorwurf an Schule und Behörde

Der Behörde und der Schule sei es erstmal wichtig gewesen, dass sie Recht hätten, meint Harald Voß, dessen Sohn Christian gerade Abitur gemacht hat. "Die haben erstmal Gutachten erstellt, dass die Zeugnisse rechtsverbindlich sind und benutzt werden können. Das fand ich geradezu absurd. Es geht darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit den Zeugnissen bewerben müssen - und die Zeugnisse sind erklärungsbedürftig."

Behörde verweist an Schulen

Die Behörde will nun aber noch einmal die Schulleitungen sensibilisieren: "Wir nehmen die Sorgen der Schülerinnen und Schüler und auch der Eltern sehr ernst", sagte Michael Reichmann von der Hamburger Schulbehörde. "Wem die Angaben auf dem Zeugnis nicht reichen, der kann zu seiner Schule gehen und sich ein Zeugnis geben lassen, wo die entsprechenden Angaben dann verändert drauf stehen". Alternativ dazu könne die Schule auch einen Brief entwerfen, in dem erklärt würde, auf welchem Niveau die Kurse belegt wurden.

Notendurchschnitt hat sich verbessert

Unabhängig vom Formfehler in den Zeugnissen hatte die Schulbehörde mitgeteilt, dass sich der Notendurchschnitt der gut 9.000 Hamburger Abiturienten und Abiturientinnen trotz des durch Corona eingeschränkten Unterrichts in diesem Jahr auf 2,36 verbessert habe. In den Vorjahren habe er jeweils zwischen 2,42 und 2,48 gelegen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.07.2020 | 19:30 Uhr

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