Stand: 03.07.2020 21:14 Uhr

Fegebank gegen Ballermannisierung der Schanze

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) setzt sich für ein begrenztes Verbot des Außer-Haus-Verkaufs von Alkohol im Schanzenviertel ein. Dieser ist ein wesentlicher Faktor für die Ballermanisierung des Stadtteils, so Fegebank im Sommerinterview auf NDR 90,3.

VIDEO: Sommerinterview mit Katharina Fegebank (10 Min)

Außer-Haus-Verkaufsverbot wird geprüft

Der Senat will diese Entwicklung stoppen und wird sich das Ladenöffnungsgesetz und das Gaststättenrecht angucken, kündigte Fegebank an. Es gehe darum, "dass tatsächlich die Bezirke anlassbezogen und auch örtlich begrenzt hier das Außer-Haus-Verkaufsverbot auch anordnen können", sagte sie. Fegebank ist optimistisch, dass dies in naher Zukunft gelinge. Allerdings solle auch die Vielfalt und Lebendigkeit des Viertels erhalten bleiben.

Digitalisierung: Fegebank will anpacken

Fegebank, die im neuen Senat auch für die Bezirke zuständig ist, will dort schnell die Themen Digitalisierung und Bürgerbeteiligung anpacken. Seit der Entscheidung für das Naturkundemuseum in Hamburg herrsche eine Jubelstimmung in der Stadt, nun werde ein wirklich guter Standort gesucht. "Denn ein besonderes Museum braucht auch einen besonderen Standort", so Fegebank. Dabei müsse das Interesse der Forschung, der Ausstellung, der Hamburger und der Gäste berücksichtigt werden. Eine Aufgabe, auf die sie sich sehr freue.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. © NDR Foto: Screenshot
AUDIO: Fegebank im Sommerinterview bei NDR 90,3 (18 Min)

Fegebank stärkt Grote den Rücken

Auch zum umstrittenen Stehempfang von Innensenator Andy Grote (SPD) äußerte sich Fegebank im Sommerinterview. Es gehe nun darum, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen, betonte sie. Eine solche Affäre belaste den Senat insgesamt. "Ich verstehe, dass viele Menschen enttäuscht und wütend sind." Gerade in einer Zeit, in der viele Hamburgerinnen und Hamburger auf Geburtstage und Zusammentreffen verzichten mussten, sei das eine Aktion gewesen, "die völlig daneben war". "Er hat das aber eingesehen. Er hat sich mehrfach entschuldigt", sagte sie im Hamburg Journal. Sie finde nicht, dass er zurücktreten müsse.

Nicht glücklich mit Kohleausstiegsgesetz

Außerdem äußerte sich Fegebank im Sommerinterview zum sogenannten Kohleausstiegsgesetz, nach dem bis spätestens 2038 alle Stein- und Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die Grünen lehnten das Gesetz ab, stimmten aber den damit verbundenen Subventionen für die Kohleregionen zu. "Das ist kein guter Kompromiss", sagte Fegebank im Hamburg Journal. "Wir nicht ein, dass die Kompensationszahlungen für die Kohleindustrie in dieser Höhe ausfallen müssen", sagte sie. Jedoch sei das Ganze gekoppelt an das sogenannte Strukturstärkungsgesetz. Damit werden die Regionen unterstützt die jetzt noch Kohleregionen sind. "Und dieses Gesetz unterstützen wir."

Weitere Informationen
Katharina Fegebank im Gespräch mit Sylvia Burian.
4 Min

Sommerinterview mit Katharina Fegebank

Der Start des Hamburger Senats war holprig und die Grünen mussten bereits einige Kompromisse machen. Wie grün ist Hamburgs Zukunft? Fragen an die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. (03.07.2020) 4 Min

Ein Mikrofon im Studio von NDR 90,3.  Foto: Larissa Gumgowski

Sommerinterviews bei NDR 90,3 und im Hamburg Journal

NDR 90,3 und das Hamburg Journal treffen Hamburger Politikerinnen und Poliker zum Sommerinterview. Hier finden Sie die geplanten Termine und die Interviews im Überblick. (30.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.07.2020 | 09:00 Uhr

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