Das prachtvolle Steinportal mit Hamburg-Wappen und zwei Steinfiguren über dem Haupteingang zum Strafjustizgebäude des Landgerichts Hamburg. © picture-alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Falsche Polizistin in Hamburg zu drei Jahren Haft verurteilt

Stand: 19.11.2021 17:01 Uhr

Eine Trickbetrügerin ist am Freitag vom Landgericht Hamburg zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die 44-Jährige hatte zusammen mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester und weiteren Komplizen zwei ältere Frauen in Hamburg um ihre Ersparnisse gebracht.

Bei der Urteilsverkündung flossen Tränen. Die Angeklagte hatte offenbar gehofft, mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen. Vor allem, weil sie eine kleine Tochter hat. Doch nun muss die 44-Jährige ins Gefängnis.

Seniorinnen um rund 160.000 Euro gebracht

Zunächst sollen Komplizen der Täterinnen eine 78-Jährige angerufen haben. Sie forderten die Seniorin auf, hohe Beträge von ihrem Konto abzuheben und der Polizei zur Aufklärung von Verbrechen zur Verfügung zu stellen. Am 21. September 2018 habe die 78-Jährige 58.745 Euro an die Angeklagte übergeben, hieß es. Diese habe sich dabei als Polizeibeamtin ausgegeben. Bei einer anderen Hamburgerin im Alter von 68 Jahren erbeuteten die beiden Schwestern am 25. Oktober 2018 mit derselben Masche sogar 100.000 Euro. Beim Versuch, das Geld in die Türkei zu bringen, wurde die 44-Jährige am Hamburger Flughafen festgenommen.

Jüngere Schwester zu Bewährungsstrafe verurteilt

Die jüngere Schwester der Angeklagten wurde bereits rechtskräftig zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Für die 44-Jährige fiel das Urteil vom 25. September 2019 härter aus: Sie bekam dreieinhalb Jahre Haft. Ihre Revision hatte jedoch Erfolg, weil nach Feststellung des Bundesgerichtshofs eine Frist verletzt wurde. Deshalb musste eine andere Strafkammer die Sache neu verhandeln.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.11.2021 | 19:00 Uhr

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