Extremwetterkongress: Experten warnen vor Kosten des Klimawandels

Stand: 24.09.2021 15:16 Uhr

Zum Abschluss des Extremwetterkongresses in Hamburg haben Expertinnen und Experten auf die Konsequenzen und Kosten des Klimawandels hingewiesen.

"Der Klimawandel verursacht durch die Zunahme extremer Wetterereignisse immer weiter steigende volkswirtschaftliche Kosten", sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag in der Hansestadt. Allein die Kosten der Flut im Ahrtal würden mit rund 30 Milliarden Euro angegeben. "Klimawandel kostet, Klimaschutz spart." Jeder in den Klimaschutz gesteckte Euro spare 15 Euro Klimaschäden ein, sagte Kemfert.

Klimaschutz als wirtschaftliche Chance

Friederike Otto von der Universität in Oxford mahnte zum Abschluss der Konferenz: "Wir sind längst im Zeitalter der Schäden angekommen." Große Teile von Gesellschaft und Politik hätten das noch nicht begriffen. Kemfert verwies auf das wirtschaftliche Innovationspotenzial von Klimaschutz. "Es beginnt ein Jahrzehnt der Modernisierung und Investitionen", betonte sie. Es entstünden "enorme wirtschaftliche Chancen".

Bessere Wetterbeobachtung angemahnt

Auch für bessere Wetterbeobachtungssysteme müsse Geld bereitgestellt werden, forderten Expertinnen und Experten. Denn bestmögliche Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen seien existenziell wichtig, meinte Renate Hagedorn vom Deutschen Wetterdienst.

Beim Hamburger Extremwetterkongress berieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gesellschaft, Medien, Wirtschaft und Politik über Fragen der Wetter- und Klimaforschung. Die jährliche Veranstaltung will vor allem einen öffentlichen Dialog über das Thema anstoßen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.09.2021 | 13:00 Uhr

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