Ein Angeklagter im Amtsgericht Altona verdeckt sein Gesicht. Der 27-Jährige soll im Januar 2020 in Besitz eines Notebooks des ehemaligen HSV-Vorstandsvorsitzenden Hoffmann gekommen sein und ihn dann erpresst haben. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Ex-HSV-Boss Hoffmann erpresst: Haftstrafe gefordert

Stand: 17.12.2020 11:34 Uhr

Der ehemalige HSV-Vorstandvorsitzende Bernd Hoffmann ist im Januar erpresst worden. Seit Donnerstag muss sich deshalb ein 27-Jähriger vor dem Amtsgericht Altona verantworten.

Nachdem Hoffmann im Zug sein Laptop mit vertraulichen HSV-Dokumenten gestohlen worden war, verlangte der Mann 5.000 Euro für die Rückgabe. Vor Gericht wollte der Angeklagte von einer Erpressung aber nichts wissen, für ihn war es eine Dienstleistung. "Eine Veröffentlichung der Daten wäre peinlich für den HSV geworden", sagte er vor Gericht. "Deshalb habe ich Herrn Hoffmann gefragt, was es ihm wert wäre, wenn ich ihm seinen Laptop wiederbeschaffe."

Angeklagter bei Übergabe festgenommen

Es folgte ein Telefonat, in dem der Angeklagte Hoffmann versicherte, selbst hundertprozentiger HSV-Fan zu sein und in dem sich die beiden schließlich auf einen Preis von 5.000 Euro einigten. Was der Erpresser allerdings nicht wusste: Hoffmann hatte das Gespräch aufgezeichnet und die Polizei verständigt. Als der Angeklagte zur Übergabe ins HSV-Stadion kam, wurde er festgenommen.

Staatsanwaltschaft fordert ein Jahr und einen Monat Haft

Nun soll er für ein Jahr und einen Monat ins Gefängnis. Das hat die Staatsanwältin für den vorbestraften Mann verlangt. Die Anklagevertretung sah es als erwiesen an, dass sich der 27-Jährige der Hehlerei und der versuchten Erpressung schuldig gemacht hat. Das Plädoyer der Verteidigung und das Urteil sollen am 22. Dezember folgen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.12.2020 | 12:00 Uhr

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