Stand: 26.05.2019 18:00 Uhr

Europawahl: Hohe Beteiligung in Hamburg

In Hamburg haben sich so viele Stimmberechtigte an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wie der Landeswahlleiter am Sonntag mitteilte, gaben bis 16 Uhr bereits 52,9 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Das waren 9,4 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl vor fünf Jahren insgesamt. Rund 1,3 Millionen Hamburger durften bei der Europawahl ihre Stimme abgeben.

Weniger Wahlberechtigte als bei der Bezirkswahl

Bei der Europawahl gibt es knapp 120.000 weniger Wahlberechtigte als bei den ebenfalls stattfindenden Bezirksversammlungswahlen. Diese Differenz kommt daher, dass auf Bezirksebene schon ab 16 Jahren gewählt werden darf, Wahlberechtigte bei der Europawahl aber volljährig sein müssen. In Hamburg lebende EU-Ausländer konnten sich vorab entscheiden, ob sie in Hamburg die deutschen Kandidaten oder per Briefwahl die ihres Heimatlandes wählen wollen.

Viele entscheiden sich für Briefwahl

Viele Hamburger hatten sich im Vorfeld für die Briefwahl entschieden. Mehr als jeder fünfte Stimmberechtigte stellte einen entsprechenden Antrag. Das war ein Anstieg um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu den Europa- und Bezirksversammlungswahlen im Mai 2014. Wahlberechtigt bei der Europawahl sind auch im Ausland lebende Hamburger.

2014 lag die Wahlbeteiligung bei der Europawahl in Hamburg bei 43,4 Prozent, in den Bezirken bei 41 Prozent. Es war das erste Mal, dass beide Wahlen zeitgleich abgehalten wurden. Zuvor waren die Hamburger Bezirkswahlen zusammen mit der Bürgerschaftswahl abgehalten worden. Bei der Europawahl 2014 kam die SPD in Hamburg auf 33,8, die CDU auf 24,6, die Grünen auf 17,2, die Linke auf 8,6, die FDP auf 3,7 und die Piraten auf 2,2 Prozent der Stimmen.

34 Hamburger angetreten

Europawahl im Programm von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal

NDR 90,3
18 bis 22 Uhr Sondersendung rund um die Europawahl
Hamburg Journal
19.30 Uhr und 22.00 Uhr live aus dem Rathaus

Die Wähler konnten sich bei der Europawahl für eine von 41 Parteien und politischen Vereinigungen entscheiden. Unter den Kandidaten waren insgesamt 34 Hamburger. Gute Chancen hat etwa die 29 Jahre alte FDP-Politikerin Svenja Hahn, die auf Platz zwei der Bundesliste ihrer Partei steht. Hahn könnte die erste Liberale werden, die Hamburg in Brüssel vertritt.

Für die anderen großen Parteien gingen aus Hamburg unter anderem Knut Fleckenstein (SPD, Listenplatz 18), Cristina Schwarzwald (Grüne, Listenplatz 31) und Detlef Ehlebracht (AfD, Listenplatz 29) ins Rennen. Eine Besonderheit gab es bei der CDU, die wieder mit einer eigenen Landesliste antritt, die von Landeschef Roland Heintze angeführt wird.

Auf Bezirksebene wird erst Montag gezählt

Wer künftig einen Sitz in Brüssel und Straßburg einnimmt, wird noch heute Abend ausgezählt. Die Auszählung der Europawahl kann im Internet live mitverfolgt werden und zwar ab etwa 19 Uhr auf der Internetseite www.europawahl-hh.de. Das vorläufige Endergebnis der Europawahl in Hamburg wird der Landeswahlleiter voraussichtlich gegen 23.30 Uhr verkünden.

Noch einen Tag länger müssen die Kandidaten in den Bezirken warten. Hier beginnt die Auszählung der Stimmen erst am Montagmorgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.05.2019 | 18:00 Uhr

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