Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. © picture alliance / dpa Foto: Jan Woitas

Erste Klagen gegen Bau der S-Bahn-Linie 4 abgewiesen

Stand: 16.09.2021 20:10 Uhr

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Donnerstag den ersten Teil der Klagen gegen den Bau der S-Bahn-Linie 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe als unzulässig abgewiesen.

Die 21 Klägerinnen und Kläger unterlagen laut Gericht vor allem, weil ihre Anliegergrundstücke vom ersten Bauabschnitt der Neubaustrecke, um den es bislang geht, gar nicht berührt werden. Fertige Planungen gibt es bislang nämlich nur für den ersten etwa drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Hasselbrook und Wandsbek. Die Klägerinnen und Kläger hatten argumentiert, wenn dieser Streckenverlauf so komme, würden ihre Grundstücke zwangsläufig mit dem zweiten Bauabschnitt teilweise enteignet. Doch dafür würden Planungen und Abwägungen noch laufen, so die Richter. Die Klägerinnen und Kläger könnten ihre Rechte auch noch wahrnehmen, wenn sie zunächst die Planungen für den zweiten Abschnitt abwarten würden.

Auch Klage von Naturschutzverein für unzulässig erklärt

Auch die Klage des Naturschutzvereins zum Schutz der Seevögel und der Natur wurde für unzulässig erklärt. Der Verein mache den Schutz von Fledermäusen geltend, sei aber zugelassen für den Schutz von Vögeln, monierten die Richter in der mündlichen Verhandlung. Es müsse auch konkreter vorgetragen werden, um welche Vögel es gehe. Ende September sollen noch weitere Klagen gegen den ersten Bauabschnitt verhandelt werden.

250.000 Menschen sollen besser angebunden werden

Mit der S4 sollen knapp eine Viertelmillion Menschen im Osten Hamburgs und im Umland besser an den Nahverkehr angebunden werden. Die Linie soll den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck verstärken und die Regionalbahnlinie RB81 ersetzen. Geplant ist, dass die S4 nördlich des S-Bahnhofs Hasselbrook aus dem bestehenden Netz ausfädelt und dann zweigleisig neben den Fernbahngleisen bis nach Ahrensburg führt. Danach soll ein kurzer eingleisiger Abschnitt folgen. Hinter dem Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz sollen die Züge der S4 dann auf den Fernbahngleisen bis nach Bad Oldesloe weiterfahren.

Bund trägt Großteil der Kosten

Die Gesamtkosten werden auf rund 1,85 Milliarden Euro beziffert, wovon der Bund mit mehr als 80 Prozent den Großteil übernimmt. Hamburg und Schleswig-Holstein zahlen rund 290 Millionen Euro. Mit knapp 210 Millionen Euro trägt Hamburg den Großteil der Länderkosten an dem Milliardenprojekt. Die Deutsche Bahn wird 20 Millionen Euro in das Projekt einbringen. Mit der S4 werden entlang der bestehenden Bahntrasse neue Gleise gebaut. Dazu kommen ergänzende Maßnahmen wie neue Lärmschutzwände, Bahnsteige, Überführungen und Tunnel. Ziel ist es, den Fern-, Nah- und Regionalverkehr zu entmischen, der von Hamburg in Richtung Lübeck bislang auf den gleichen Gleisen verläuft.

Fünf zusätzliche Haltestellen

Für die S4 sollen die fünf zusätzlichen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West entstehen. Außerdem hält die S4 wie bisher die Regionalbahn RB81 in Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe.

Gutachter prognostizieren, dass die S4 täglich rund 97.000 Fahrgäste befördern wird. 2025 könnte die S4 auf dem ersten Teilabschnitt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Rahlstedt rollen, zwei Jahre später könnte die gesamte Strecke ausgebaut sein.

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Spatenstich der neuen S-Bahnlinie S4 Ministerpräsident Schleswig-Holstein Daniel Günther (CDU), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.09.2021 | 20:00 Uhr

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