Stand: 07.08.2018 12:14 Uhr

Erste Alsterschwäne ins Winterquartier gebracht

Die Hamburger Umweltbehörde sorgt sich um die Alsterschwäne: Nachdem im Laufe der vergangenen Tage vier tote Vögel und viele geschwächte Tiere gefunden wurden, ziehen die Vögel nun um. Am Dienstagvormittag wurde begonnen, die Schwäne in ihr Winterquartier im Eppendorfer Mühlenteich zu bringen. Helfer trieben 40 Tiere mit Booten in die Rathausschleuse, wo sie per Hand in zwei mit Stroh ausgelegte Boote umgesetzt wurden.

Tiere dort besser im Blick

Damit wurden sie zum Eppendorfer Mühlenteich gebracht, wo sie eigentlich erst die Zeit ab Spätherbst verbringen. Im Winterquartier habe man einen besseren Überblick über die Tiere und könne schneller eingreifen, falls es einzelnen Vögel schlecht gehe, sagte Schwanenvater Olaf Nieß. Kälter sei das Wasser dort nicht, aber es gebe keine Algenbildung.

Waren es Bakterien?

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40 Tiere wurden an die Rathausschleuse getrieben, um sie von dort aus zum Eppendorfer Mühlenteich zu bringen.

Noch ist die Todesursache der verendeten Tiere nicht klar, möglicherweise ist die Hitze indirekt dafür verantwortlich: Bei den extremen Temperaturen hat sich das Nahrungsangebot der Vögel verändert, sie gründeln tiefer und könnten dort Botulismus-Bakterien aufgenommen haben, die bei sauerstoffarmen Verhältnissen gedeihen. Die toten Tiere werden im Auftrag des Schwanenvaters im Institut für Hygiene und Umwelt untersucht. Ein Ergebnis steht noch aus.

Schwäne haben Tradition in Hamburg

Das Hamburger Schwanenwesen gibt es seit dem 11. Jahrhundert. Die Planstelle des "Schwanenvaters" existiert seit 1674 und ist damit die älteste Behördenplanstelle der Stadt. Bis heute gilt die Legende, dass Hamburg den Status als Freie und Hansestadt nur so lange hält, wie es Schwäne auf der Alster gibt. Nach einer Verordnung des Senats aus dem Jahr 1664 war es nicht nur verboten, die Schwäne zu töten, sondern auch, sie zu beleidigen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.08.2018 | 12:00 Uhr

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