Stand: 01.03.2019 16:47 Uhr

Ermittlungen wegen leer stehender Wohnungen

Weil Wohnungen in der Jarrestadt seit Monaten leer stehen ermittelt der Bezirk Hamburg-Nord. Der Verein "Mieter helfen Mieter" vermutet, dass die denkmalgeschützten Häuser zu einem Spekulationsobjekt geworden sind.

100 Jahre alte Backsteinfassaden prägen die Jarrestadt. Aber in den Straßen Hanssensweg, Jean-Paul-Weg und Stammmanstraße sind zahlreiche Häuser fast vollständig verwaist, wie Marc Meyer vom Verein "Mieter helfen Mietern" sagt. "Hier läuft etwas ganz Komisches. Einige Wohnungen sollen schon seit zwei Jahren leer sein leer sein." Wenn es dafür keinen triftigen Grund gibt - etwa eine geplante Sanierung - dann wäre das ein Verstoß gegen das Wohnraumschutzgesetz.

Immobiliengesellschaft äußert sich nicht

Die Wohnungen sollen einer Immobiliengesellschaft mit Sitz an der Ericusspitze in der Hafencity gehören. Auf Anfrage von NDR 90,3 erklärte eine Sprecherin, man könne Fragen zu den leer stehenden Wohnungen in der Jarrestadt aktuell nicht beantworten, eventuell kommende Woche.

Mieter-Anwalt Meyer geht davon aus, dass der Eigentümer mit den historischen Häuserzeilen mit geschätzt 40 bis 50 leer stehenden Wohnungen spekuliert: "Hier möchte man entweder teuer sanieren und danach die Wohnungen für den dreifachen Preis auf den Markt werfen. Oder es geht darum, die Häuser umzuwandeln, und die Wohnungen als Eigentumswohnung zu verkloppen."

Bezirk prüft Vorwürfe

Der Bezirk Hamburg-Nord prüft inzwischen die Vorwürfe. Er könnte den Besitzer dazu verpflichten, die Wohnungen kurzfristig wieder zu vermieten. Oder im Extremfall selbst zwangsweise Mieter dort unterbringen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.03.2019 | 16:00 Uhr

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