Stand: 10.11.2019 09:11 Uhr

Erfolg mit süßem Beigeschmack: Kulturchoc

Einer der süßesten Arbeitsplätze Hamburgs liegt in einer Küche am Rande der Sternschanze. Die Mitarbeiterinnen von Kulturchoc stellen hier fair gehandelte Süßigkeiten her. Alles handgemacht, vegan und glutenfrei. Und mit ausgefalleneren Zutaten als vieles, was man im Supermarkt findet.

Konfekt-Pralinen liegen auf einem Kuchengitter © NDR Foto: NDR

Kulturchoc: Nominiert für den Integrationspreis

Hamburg Journal -

Konfekt aus der Sternschanze, hergestellt von Migrantinnen und geflohenen Frauen: Für sie viel Spaß und ein Weg in den Arbeitsmarkt und vielleicht aufs Siegertreppchen für den Integrationspreis.

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Köstlichkeiten aus der Heimat

"Heute haben wir das Rezept mit Datteln, Aprikose, Mango. Und da kommt eine leckere Schicht Kouvertüre drüber, aus Togo. Und dann haben wir noch Kakao-Splitter. Die bekommen wir aus der Heimatstadt von Nuvia, aus Esmeraldas in Ecuador", sagt Mona Taghavi, Gründerin von Kulturchoc.

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Pralinen werden in der Küche von Kulturchoc mit Kakao umhüllt.

Bei Kulturchoc arbeiten Migrantinnen und Frauen, die geflohen sind. "Andere Frauen kennenzulernen, zusammen zu tanzen oder zu lachen, das motiviert mich für mein Leben", sagt Mitarbeiterin Nuvia Sandra Jaen Cuero.

Der Weg in den Arbeitsmarkt

Selbstbewusst in den Arbeitsmarkt einsteigen. Das ist das Ziel hinter der süßen Geschäftsidee. Oder dahin zurückkehren. So wie Aynur Gökkaya: "Vorher hatte ich nicht so viel Glück dabei, Arbeit zu finden. Ich habe viele Bewerbungen geschrieben, aber nie eine Chance bekommen. Entweder war ich zu alt oder hatte keine Erfahrung. Man hat mir nie eine Chance gegeben, Arbeit zu kriegen." Nun arbeitet sie bei Kulturchoc und hat sichtlich Spaß dabei.

Frauen und Kleinbauern werden unterstützt

In den Herkunftsländern der Zutaten werden Frauenkooperativen und Kleinbauern unterstützt. Gegründet wurde das Projekt vor einem Jahr. Noch gibt es die Nascherei mit gutem Gewissen nur über das Internet und auf Märkten zu kaufen. Für 4,90 Euro pro Packung.

Der Traum vom kleinen Café

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Kulturchoc-Gründerin Mona Taghavi und ihr Team haben Chancen, den Integrationspreis der Bundesregierung zu bekommen.

"Das Ziel ist es natürlich auch, irgendwann ein eigenes kleines Café zu haben, sodass die Frauen über die Theke noch mehr mit Hamburgerinnnen und Hamburgern sprechen können. Ich halte immer Ausschau nach Locations, die vielleicht zu uns passen könnten und weitere Teilnehmerinnen nehmen wir auch immer gerne auf", sagt Gründerin Mona Taghavi.

Zu Besuch bei Angela Merkel

Am Montag sind Mona Taghavi und ihre Helferinnen aus aller Welt in Berlin bei der Bundeskanzlerin eingeladen. Dort wird der Nationale Integrationspreis verliehen. Kulturchoc ist eines von zehn nominierten Projekten. Die Chancen stehen gut, dass die Macherinnen des korrekten Konfekts belohnt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 10.11.2019 | 19:30 Uhr

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