Stand: 31.08.2018 06:00 Uhr

Elbvertiefung wird für Hamburg teurer

Hamburg rechnet bei der Elbvertiefung mit deutlich steigenden Kosten. Derzeit kalkuliert der Senat mit 286 Millionen Euro allein für den Hamburger Anteil - das ist eine Steigerung von rund 30 Prozent gegenüber der letzten Prognose.

Weitere Prognose angekündigt

Mindestens 67 Millionen Euro teurer als bislang bekannt kommt die Fahrrinnenanpassung Hamburg zu stehen. Die bislang jüngste Kostenschätzung der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority lag bei 219 Millionen Euro. Die neue höhere Summe hat der Senat bereits im Haushaltsplanentwurf für die kommenden Jahre berücksichtigt. Allerdings soll es noch in diesem Jahr eine weitere Prognose geben, wie eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde NDR 90,3 sagte. Und zwar dann, wenn die Angebote der Baufirmen vorliegen.

Horch: "Daran wird es nicht scheitern"

Für Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) sind die höheren Kosten aber nicht dramatisch. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte er: "Das ist nicht der Punkt, an dem etwas jetzt scheitern wird. Wegen Finanzierungshindernissen wird hier kein Tag verloren gehen."

Gründe: Ausgleichsflächen und lange Verfahrensdauer

Die höheren Kosten ergeben sich den Angaben zufolge unter anderem daraus, dass die Stadt auf der Billwerder Insel eine neue Ausgleichsfläche für den Schierlingswasserfenchel schaffen muss. Außerdem seien die Preise für die Bauarbeiten auch durch die lange Verfahrensdauer vor dem Bundesverwaltungsgericht gestiegen.

Politiker geben Umweltverbänden die Schuld

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Für die Kostensteigerungen macht der haushaltspolitische Sprecher des SPD-Bundestagsfraktion Johannes Kahrs die Umweltverbände verantwortlich. "Wenn diese jetzt kritisieren, dass das Projekt so teuer ist, sind sie selbst schuld", sagte Kahrs. Michael Kruse, Fraktionschef der FDP-Bürgerschaftsfraktion, nannte die Kostensteigerungen "bitter" und machte ebenfalls die Umweltverbände dafür verantwortlich. Sie hätten mit ihren Klagen den Preis in die Höhe getrieben.

BUND: Schlampige Planung

Manfred Braasch, der Geschäftsführer der Umweltorganisation BUND, kontert: Die Mehrkosten hätten allein die Projektverantwortlichen wegen schlampiger Planung zu verantworten - und weil sie das geltende Umweltrecht missachtet hätten.

Hamburg trägt ein Drittel der Kosten

Hamburg soll unter dem Strich ein Drittel der Kosten der Elbvertiefung tragen, der Bund zwei Drittel. Die Gesamtrechnung beliefe sich damit derzeit geschätzt auf insgesamt mehr als 850 Millionen Euro.

Ziel: Mehr Platz für Riesenfrachter

Die Elbe soll so ausgebaut werden, dass künftig Containerschiffe mit einem Tiefgang von bis zu 13,50 Metern unabhängig von der Flut und bis zu 14,50 Metern auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können. Zudem sollen bessere Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Schiffe einander beim Ein- und Auslaufen passieren können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.08.2018 | 06:00 Uhr

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