Stand: 27.06.2019 16:48 Uhr

Elbvertiefung: Umweltverbände fordern Bagger-Stopp

"Stinkende" Protestaktion: Das Bündnis "Lebendige Tideelbe" aus BUND, NABU und WWF hat am Donnerstag 150 Kilogramm toten Fisch vor der Hamburger Wirtschaftsbehörde abgekippt. Damit wollten sie für einen Stopp der Baggerarbeiten in der Elbe in den Sommermonaten demonstrieren.

Braasch: "Vermeidbare Belastung"

Vertreter von BUND, NABU und WWF übergaben der Behörde außerdem einen Antrag, in dem eine entsprechende Regelung auch in den Plänen zur Elbvertiefung gefordert wird. Abgesehen von der verheerenden Wirkung der Elbvertiefung auf das Ökosystem seien die Baggerarbeiten in sauerstoffarmen Perioden eine vermeidbare und damit nicht zu tolerierende Belastung, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

Baggerarbeiten bei niedrigem Sauerstoffgehalt aussetzen

Durch die beim Ausbaggern entstehende Trübung des Wassers werde der Sauerstoffgehalt der Elbe weiter gesenkt. Die im Hafenbereich im Beifang enthaltenden toten Fische sprächen eine deutliche Sprache, so Braasch. Dort laufen derzeit Baggerarbeiten zum Fahrrinnenerhalt. Die Umweltschützer fordern, dass alle Baggerarbeiten eingestellt werden, sobald der Sauerstoffgehalt unter vier Milligramm pro Liter fällt - und einen Aufschub der demnächst geplanten Arbeiten für die Elbvertiefung. Eigentlich sollen Baggerschiffe in einigen Wochen damit beginnen, die Fahrrinne zwischen Wittenbergen und Wedel zu verbreitern.

Grenzwerte unterschritten

Sauerstoffwerte unter vier Milligramm pro Liter sind kritisch - und seit rund drei Wochen liegt der Wert an der Station Seemannshöft laut Braasch darunter. Insbesondere die Jungstadien von Fischen würden diese Werte nicht vertragen.

Die Hafenverwaltung HPA hatte die routinemäßigen Baggerarbeiten im Hafen bereits eingestellt, um nicht noch mehr Schlick aufzuwirbeln und die Situation zusätzlich zu verschärfen. In Randbereichen des Hafens gab es daraufhin Klagen von Unternehmen, weil die Tiefe an ihren Liegeplätzen wegen auftürmendem Sand und Schlick nicht mehr ausreiche.

Weitere Informationen
02:02
NDR 90,3

Darum geht's: Elbvertiefung

14.03.2019 12:00 Uhr
NDR 90,3

Die erneute Elbvertiefung ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen der Hafenwirtschaft und Umweltschützern. Doch warum ist sie überhaupt notwendig und was genau passiert da? Video (02:02 min)

Tote Fische: Neue Klage gegen Elbvertiefung?

Mit den steigenden Temperaturen hat der Sauerstoffgehalt der Elbe abgenommen. Für die Fische wird es bedrohlich. Umweltschützer fordern jetzt, die Elbvertiefung auszusetzen. (21.06.2019) mehr

Wenig Sauerstoff: Sorge um Fische in der Elbe

Mit den steigenden Temperaturen verschlechtern sich die Lebensbedingungen unter Wasser: In der Elbe im Hamburger Hafen herrscht Sauerstoffmangel. Fischer berichten bereits von toten Fischen. (14.06.2019) mehr

"Tara" untersucht Mikroplastik in der Elbe

Das französische Forschungsschiff "Tara" macht am Sandtorkai in der Hamburger Hafencity fest. Wissenschaftler an Bord wollen untersuchen, wie viel Mikroplastik in der Elbe treibt. (16.06.2019) mehr

Elbvertiefung: Beschwerde zurückgezogen

Den Baggerarbeiten für die Elbvertiefung steht nichts mehr im Weg: Ein Unternehmen, das bei der Auftragsvergabe unterlegen war, hat seine Beschwerde beim Gericht zurückgenommen. (09.04.2019) mehr

Alarmierender Rückgang der Stintbestände

Schon 2018 ist der Stintbestand in der Elbe stark zurückgegangen. In diesem Jahr fangen die Fischer noch weniger der Fische. Sie und auch Forscher der Uni Hamburg schlagen Alarm. (05.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.06.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:55
Hamburg Journal
02:07
Hamburg Journal
02:01
Hamburg Journal