Stand: 19.12.2019 07:01 Uhr

Elbchaussee-Randale: Letzter U-Häftling frei

Im Zusammenhang mit Ausschreitungen während des G20-Gipfels stehen die Angeklagte mit ihren Anwälten im Landgericht im Saal. Bei der strafrechtlichen Aufarbeitung der Ausschreitungen während des G20-Gipfel geht es erstmals um die Ereignisse an der Elbchaussee. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Nach der Randale an der Hamburger Elbchaussee hatte der Prozess gegen fünf Männer vor einem Jahr begonnen.

Rund zweieinhalb Jahre nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg ist der letzte Untersuchungsgefangene freigekommen. Der 24-jährige Franzose ist aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen worden. Er ist einer der Angeklagten, die sich wegen der Brandstiftungen und Zerstörungen an der Elbchaussee verantworten müssen.

Prozess läuft weiter

Eineinhalb Jahre saß der Franzose im Untersuchungsgefängnis. Nun sei er gegen Auflagen frei, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen. Der Franzose muss sich zwei Mal die Woche bei der Polizei melden. Außerdem musste er seinen Ausweis abgeben, damit er nicht das Land verlassen kann. Der 24-Jährige ist einer der fünf Männer, über deren Rolle bei den Ausschreitungen auf der Elbchaussee während des G20-Gipfels das Hamburger Landgericht seit einem Jahr verhandelt. Ihnen wird Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Weitere Anklagepunkte sind Mittäterschaft bei Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Prozess läuft noch bis Ende April.

Schaden von rund einer Million Euro

Laut Anklage waren am Morgen des 7. Juli 2017 rund 220 schwarz vermummte Personen über die abseits von den Konferenzorten gelegene Elbchaussee gezogen und hatten durch das Anzünden von Autos, Einschlagen von Scheiben und andere Zerstörungen einen Schaden von mindestens einer Million Euro angerichtet. Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt. Ein Busfahrer wurde so schwer psychisch beeinträchtigt, dass er sich laut Anklage über mehrere Monate stationär behandeln lassen musste.

Aufruf zur Demo vor Haus des Richters

Unterdessen hat eine Gruppe von G20-Gegnern für Sonnabend zur Demonstration vor dem Wohnhaus eines Richters in Buxtehude aufgerufen. Er hatte vor zwei Jahren den ersten G20-Angeklagten ins Gefängnis geschickt. Der Hamburgische Richterverein spricht vom "perfiden Versuch der Einschüchterung eines Kollegen".

Weitere Informationen
Eine Zeichnung der Angeklagten im G20-Prozess.

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G20-Gipfel in Hamburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.12.2018 | 06:00 Uhr

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